John Winston Lennon wurde am 9. Oktober 1940 in Liverpool geboren. Seine Eltern waren Alfred (1912 - 1976) und Julia Lennon (geb. Stanley; 1914 - 1958 ). Nachdem sich seine Eltern 1942 getrennt hatten, gab Julia ihren Sohn zu ihrer Schwester Mary Smith, genannt „Mimi“, und deren Mann George. John wuchs bei seiner Tante und seinem Onkel auf und hatte nur wenig Kontakt zu seinen Eltern. Seine Mutter kam 1958 bei einem Autounfall ums Leben, zu einem Zeitpunkt, als John Lennon eine intensivere Beziehung zu ihr aufgebaut hatte.
Im Jahr 1962 heiratete John Lennon Cynthia Powell in Liverpool. Lennons Sohn Julian wurde am 8. April 1963 geboren. Die Scheidung von Cynthia erfolgte 1968. Kurz darauf heiratete Lennon Yoko Ono. Im Jahr 1975 wurde der gemeinsame Sohn Sean geboren.
Am 9. Oktober 1940 geboren, war Lennon zwar nicht der Älteste der Gruppe, Schlagzeuger Ringo Starr ist noch ein paar Monate älter, wurde aber als deren Anführer angesehen – obwohl Paul McCartney ein gleicher Anteil an Erfolg und musikalischer Qualität der Beatles beizumessen ist. Während McCartney jedoch eher als braver Schwiegersohn angesehen wurde, repräsentierte Lennon das Kantige, Schroffe und Unangepasste.
1962 erhielten die Beatles ihren Plattenvertrag bei Parlophone, einem Unterlabel der EMI, und damit nahm die sagenhafte Karriere ihren Anfang, die bis zum 10. April 1970 dauern sollte. An diesem Tag verkündete Paul McCartney die offizielle Auflösung der Beatles und kam damit Lennon nur kurz zuvor, der die Gruppe ebenfalls zu beendigen wünschte.
1964 und 1965 erschienen zwei Sammlungen skurriler Kurzgeschichten Lennons, die ebenfalls von ihm illustriert wurden: In His Own Write (1964) (dt. Titel: In seiner eigenen Schreibe) und A Spaniard In The Works (1965) (dt. Titel: Ein Spanier macht noch keinen Sommer).
Seit dem Herbst 1966, nachdem die Beatles entschieden hatten, nie wieder öffentlich aufzutreten, widmete sich Lennon Solo-Projekten. Er übernahm eine Nebenrolle als Private Gripweed in Richard Lesters Antikriegsfilm Wie ich den Krieg gewann, der in Spanien und der Lüneburger Heide gedreht wurde. Im selben Jahr lernte er auf einer Ausstellung in London die in New York lebende japanische Künstlerin Yoko Ono kennen – es war keine Liebe auf den ersten Blick, aber doch der Anlass, sich später von Ehefrau Cynthia und Sohn Julian zu trennen.
Für Aufregung sorgten Lennon und Ono 1968 mit dem Album Unfinished Music No. 1 – Two Virgins; weniger wegen des Inhalts, eine in einer Nacht erzeugte Toncollage aus elektronischen Klängen und Gekreische Onos, sondern wegen des Covers, auf dem das Paar stehend, umarmt, in die Kamera schauend und nackt abgelichtet ist. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Plattenfirma kam es schließlich auf den Markt – zu haben war und ist es allerdings nur unter der Ladentheke und in braunem Papier eingehüllt. 1969 folgten zwei weitere Avantgarde-Alben, Unfinished Music No. 2 – Life Withe Lions und The Wedding Album, die selbst hartgesottene Beatles-Fans eher irritierten und nur einige tausend Mal verkauft wurden.
Für negative Schlagzeilen sorgte im Oktober 1968 der Fund einiger Gramm Haschisch bei einer polizeilichen Durchsuchung von Lennons Wohnung in London. Das Gerichtsurteil war mild, aber das Verfahren wirkte sich negativ auf die öffentliche Wahrnehmung des Paares aus. Als Lennon später in den USA leben wollte, wurde ihm aufgrund dieser Vorstrafe vier Jahre lang die Arbeitserlaubnis, die sogenannte Green Card, verweigert, bis er sie in einem Gerichtsverfahren zugesprochen bekam.
Ihre unangekündigte Hochzeit auf Gibraltar im März 1969 repräsentierte die endgültige Abwendung Lennons von den Beatles. Die Flitterwochen wurden zu einem medialen Ereignis. Im Bett sitzend veranstaltete das Paar in verschiedenen Städten „Bed-Ins“, mit denen sie für den Weltfrieden werben wollten. Von der Presse umzingelt, kam in Montreal das Lied Give Peace a Chance zustande, das zu einer Hymne der Friedensbewegung wurde und Lennon zu einer ihrer Hauptfiguren machte. Der erste Auftritt der Plastic Ono Band in Toronto im September 1969, dessen Mitschnitt als Lennons vierte Solo-LP erschien, bedeutete das faktische Ende der Beatles – auch wenn die offizielle Bekanntgabe erst einige Monate später erfolgte. Weitere Mitglieder der Band waren Alan White, Klaus Voormann und Eric Clapton. Die Plastic Ono Band trat in dieser Besetzung jedoch nur zweimal auf.
Vom Ballast seiner Rolle befreit, widmet sich Lennon nach der Trennung der Gruppe im April 1970 zunächst sich selbst, seiner Kindheit und seinen Jahren mit den Beatles. Das musikalische Ergebnis war das fünftes Soloalbum Plastic Ono Band. Die minimalistischen, von Phil Spector fast primitiv produzierten Stücke wurden von Kritikern gelobt. „Es sind die besten, die Lennon ohne McCartney jemals schreiben wird, ein Mensch, der Wut und Verzweiflung aus sich herausschreit, um einen neuen Sinn im Leben zu finden.“, schrieb das „Rolling Stone“-Magazin 1972.[1]
Das Nachfolgealbum im Jahre 1971 hieß Imagine und wurde weltweit sehr erfolgreich. Mit dem Titelstück Imagine und Jealous Guy enthält es zwei von Lennons größten Soloerfolgen. Nirgendwo wird John Lennons Traum von einer besseren Welt deutlicher als in Imagine. Lennons Hymne für mehr Menschlichkeit gehört zu den meistgespielten Singles des vergangenen Jahrhunderts, die Hörer der BBC wählten Imagine gar zum beliebtesten Popsong aller Zeiten. Im "John Lennon Airport" in Liverpool hat man eine Textzeile daraus unter die Decke des Terminals verewigt: "above us only sky". Bis heute gilt die LP als seine wichtigste Veröffentlichung.
1972 folgte das von Lennon, Ono und diversen anderen Künstlern eingespielte Doppel-Album Some Time in New York City, das Lennons politischste Veröffentlichung darstellt. Neben einigen Live-Aufnahmen enthält das Album diverse Polit-Songs zu verschiedenen Themen. Zum Beispiel Attica State, über den Strafvollzug in den USA, John Sinclair, eine Solidarisierung mit dem Anarchisten Sinclair, The Luck Of The Irish, über die Nordirlandpolitik Großbritanniens und eine Hymne über die Bürgerrechtlerin Angela Davis. Kommerziell ist das Doppelalbum ein Flop. Lennons Image als Polit-Aktivist wird durch das Album gefestigt.
Die zwei folgenden Alben nahm Lennon ohne Yoko Ono auf. Mind Games (1973) und Walls And Bridges (1974), das Nummer 1 in den USA wurde, zeigen einen etwas reiferen Lennon, die Songs werden wieder persönlicher.
Im Herbst 1974 sorgte Lennon wieder für Gesprächsstoff: Mit Onos Sekretärin May Pang zog er nach Los Angeles und lebte über ein Jahr lang mit Harry Nilsson, Ringo Starr und anderen im Drogen- und Alkoholrausch. Irgendwie schaffte er es währenddessen, mit Phil Spector sein zehntes Solo-Album Rock ’n’ Roll fertig zu stellen – ein Album mit Rock ’n’ Roll-Klassikern, das nicht erfolgreich wurde.
Ende 1975 kehrte Lennon zu Ono zurück. Angeblich nach einer verlorenen Wette mit
Elton John
, der es mit einer Coverversion von Lucy in the Sky with Diamonds auf den ersten Platz der US-Charts gebracht hatte, gaben beide 1975 einen gemeinsamen Auftritt im Madison Square Garden in New York. Lennon stand hier zum letzten Mal auf der Bühne. Kurz darauf schrieb Lennon gemeinsam mit David Bowie dessen Hit Fame.
1975 verschwand Lennon fünf Jahre lang aus der Öffentlichkeit. Über diese Zeit, die er in seiner Wohnung im luxuriösen Dakota Building, am Rande des Central Park, verbrachte, gibt es unterschiedliche Meinungen. In einem Interview mit dem Playboy beschreibt sich Lennon 1980 als Familienvater, der den gemeinsamen Sohn Sean großzieht, während sich seine Frau um die Finanzen kümmert. Die Aussagen Onos und des Sohnes Sean Lennon decken sich mit dieser Darstellung. Skandalbiograf Albert Goldmann erhebt dagegen die kontroverse These von einem Heroinsüchtigen und Kettenraucher, der so viel Zeit in der Badewanne verbrachte, dass sich seine Haut fast vom Körper ablöste und der ständig umsorgt werden musste.
Nach eigenen Angaben nahm Lennon erst 1980 wieder die Gitarre in die Hand. Das Ergebnis war das Album Double Fantasy, das abwechselnd ein Lied von ihm und eins von Ono enthielt. Die Texte der Stücke handelten fast ausschließlich von Beziehung und Familienleben und zeigten einen deutlich gereiften Lennon. Das Album erreichte den ersten Platz der Hitparaden in den USA und Großbritannien.
Am 8. Dezember 1980 wurde Lennon von Mark David Chapman, einem einstigen Verehrer, ermordet. Der 25-jährige Chapman hatte vor dem Dakota Building, dem Apartmenthaus, in dem Lennon und Yoko Ono lebten, auf die Rückkehr seines Opfers gewartet.
Am Morgen hatte sich Chapman noch ein Autogramm von Lennon geben lassen. Die unerwartete Freundlichkeit, mit der ihm der Superstar begegnete, ließ ihn zunächst vor dem Mord zurückschrecken. Am Abend kehrten Lennon und Ono aus einem Aufnahmestudio zurück. Als sie das Dakota Building betraten, feuerte Chapman mehrere Schüsse ab. Lennon starb gegen 23 Uhr auf dem Weg ins Roosevelt Krankenhaus.
Nach seinem Tod entwickelte die Figur Lennon ein erstaunliches Eigenleben. Über seinen Tod entstanden die kühnsten Theorien. Das Album, das er 1980 gerade aufnahm, Milk and Honey, wurde von Ono fertig gestellt und 1984 veröffentlicht. Alle paar Jahre „findet“ seine geschäftlich geschickte Witwe Kisten und Kartons mit „verschollenem“ Material, das die pünktlich zu Weihnachten erscheinenden Best-Ofs und Anthologies immer wieder zu Verkaufsschlagern macht.
Eine Wiedergeburt der besonderen Art erlebte Lennon im Jahre 1995, als die restlichen Beatles sich zusammensetzen, um drei Doppel-CDs mit unveröffentlichtem, bis dahin nur auf Bootlegs vorhandenem Material herauszubringen. Im Tonstudio wurde Lennons Gesang den Stücken Free as a Bird und Real Love hinzugefügt, die Beatles führten nach 25 Jahren weltweit wieder die Single-Hitparaden an.
Quelle: Wikipedia