Black Sabbath
ist eine englische Band aus Birmingham, die als Mitbegründer des Heavy Metal gilt. Der Band wird ein maßgeblicher Einfluss auf die Entwicklung der Rock- und Metalmusik der folgenden Jahrzehnte zugesprochen. Zudem gilt die Band als Wegbereiter später auftretender Musikstile wie z.B. Black Metal oder Doom Metal. Die Gründungsbesetzung bestand aus Ozzy Osbourne (Gesang), Tony Iommi (E-Gitarre), Terence "Geezer" Butler (E-Bass) und Bill Ward (Schlagzeug). Nach zahlreichen Mitgliederwechseln setzt sich die Band aktuell wieder aus den gleichen Musikern zusammen.
Geschichte:
Entwicklung bis 1972:
Im August 1968 spielten die Schulfreunde Osbourne, Iommi, Butler, Ward sowie zwei weitere Musiker aus Birmingham in der Polka Tulk Blues Band, abgekürzt auch Polka Tulk. Als die zwei anderen Bandmitglieder die Gruppe verließen, benannte sich die Gruppe in Earth um. Die Musik war in dieser Zeit besonders von Blues und Jazz dominiert. 1968 und 1969 trat die Band im Vorprogramm von
Ten Years After
, John Mayall & the Bluesbreakers und Van der Graaf Generator und ging auf Tour durch Dänemark und Deutschland. Die Band spielte mehrfach im Hamburger Star-Club.
Im August 1969 trat Iommi kurzzeitig mit
Jethro Tull
auf, kehrte aber zur Band zurück.
Da bereits eine Band namens Earth existierte, entschied sich die Band für eine weitere Änderung, um Verwechslungen zu vermeiden. Den neuen Namen
Black Sabbath
adoptierte die Band von einem von Butler geschriebenen Song, den er nach einem Roman des britischen Autors Dennis Wheatley benannt hatte.
Mit dem Namenswechsel ging auch ein Stilwechsel einher. Nach eigenen Angaben habe man gegenüber eines Horrorkinos geprobt, als Iommi die Idee gekommen sei, dass man auch Musik machen könne, bei der sich die Zuhörer fürchten. Das in nur zwölf Stunden aufgenommene Debüt
Black Sabbath
besitzt Sessioncharakter und Bluesrockreferenzen wie etwa lange Gitarrensoli und ineinander übergehende Stücke. Die Platte erschien in zwei Versionen: Das auf der europäischen Version enthaltene „Evil Woman“ wurde auf der amerikanischen und japanischen Version durch „Wicked World“ ersetzt. Das Album erreichte in Großbritannien die Top 10 und hielt sich in den USA länger als ein Jahr in den Charts. Dort wurde eine Million Exemplare verkauft.
Die LP „Paranoid“ repräsentiert den typischen Sabbath-Stil, der bis heute großen Einfluss auf Rockbands ausübt; die einfachen Strukturen vieler Stücke besitzen einen hohen Wiedererkennungswert. Mit „Paranoid“, dem Titelstück der gleichnamigen LP, gelangte
Black Sabbath
weltweit in die Single-Charts. Das Album sollte ursprünglich „War Pigs“ heißen, man entschied sich letztlich aber für „Paranoid“, einen Titel, der ironischerweise erst gegen Ende der Paranoid-Sessions eilig aufgenommen wurde, um die Platte zu füllen. Paranoid wurde schließlich zum größten Hit der Band und erreichte Platz eins in Großbritannien. In den USA wurde das Album vier Millionen mal verkauft.
Höhepunkt und Niedergang (1972-1978 ):
Die folgenden Schallplatten „Master of Reality“ und „Volume 4“ und „Sabbath Bloody Sabbath“ erreichten ebenfalls alle die Top 10 in Großbritannien. „Sabbath Bloody Sabbath“, „Sabotage“ und „Technical Ecstasy“ führten den klassischen Sound weiter in einen künstlerisch ausgefeilteren Bereich. Zu den bekannten Stilmitteln kamen Keyboard, Synthesizer und Blasinstrumente. Die Bluesrockwurzeln verschwanden dabei immer mehr. Beim Album „Sabotage“ wurden die erwarteten Verkaufszahlen nicht erreicht. Ein Rückgang der Verkäufe war spürbar.
Im Oktober 1977 verließ Osbourne die Band. Als Ersatz wirkte der ehemalige Sänger der Band
Savoy Brown
, Dave Walker bei einigen Konzerten mit. Nach nur drei Monaten kehrte Osbourne jedoch zurück und nahm mit der Band das Album „Never Say Die“ auf. Im Januar 1979, als
Black Sabbath
in Los Angeles vergeblich versuchten, ein neues Album aufzunehmen, wurde er dann von der Band entlassen. Dennoch spielte er auf seinen Konzerten stets auch mehrere Lieder der Gruppe, zumeist "Paranoid", "War Pigs" und "Sweet Leaf".
Nach Osbournes Ausstieg:
In der Folgezeit trat
Black Sabbath
unter der Führung des Gitarristen Tony Iommi mit verschiedenen Sängern, Bassisten und Schlagzeugern weiter auf. Der Keyboarder Geoff Nicholls hatte vorher bei der Band Quartz Gitarre gespielt und wechselte zunächst nur als Studiomusiker und Gast zu
Black Sabbath
. Obwohl er nicht auf allen folgenden Alben der Band genannt wird, war er doch an allen als Musiker und Komponist beteiligt. In einigen Phasen wurde er sogar dazu gebracht, seinen Part bei Konzerten hinter der Bühne zu spielen, da er wahrscheinlich aus Imagegründen nicht als vollwertiges Bandmitglied gelten sollte.
Auf der Tour zu „Heaven and Hell“ (1980) popularisierte der Sänger Ronnie James Dio, der die Nachfolge von Osbourne angetreten hatte, die „Mano cornuta“, das Handzeichen, das sich zu einem der Identifikationsmerkmale der Metal-Szene entwickelte. Während dieser Tour verließ der Schlagzeuger Bill Ward die Band, da seine Eltern kurz hintereinander verstorben waren und er mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte. Er wurde durch Vinnie Appice ersetzt, der auch das zweite Album mit Dio, „Mob Rules“, mit einspielte. 1982 wurde noch das Live Album „Live Evil“ veröffentlicht, allerdings kam es zu immer größeren Spannungen zwischen der Band, die sich in zwei Lager (bestehend aus Geezer Butler/Tony Iommi und Ronnie James Dio/Vinny Appice) aufgeteilt hatte. Ein Weiterarbeiten war so nicht mehr möglich und die Band trennte sich von Dio und Appice
Als neuen Sänger nahm man den ehemaligen Deep Purple-Frontmann, Ian Gillan, auf. In dieser Zeit veröffentlichte man das Album Born Again für welches auch Schlagzeuger Bill Ward in die Band zurückkehrte. Allerdings konnte er wegen seiner Alkoholprobleme die anschließende Tour nicht absolvieren und wurde durch den ehemaligen Electric Light Orchestra-Schlagzeuger Bev Bevan ersetzt. Das Album wurde von Kritikern schlecht beurteilt, da Gillans eher am Blues orientierter Gesang nicht zur Band passe, kam aber bis auf Platz 4 der englischen und Platz 39 der US-Charts. Dieses Line-Up zerbrach wieder, als Gillan wegen der Reunion von
Deep Purple
im Jahr 1984 ausstieg. 1986 folgte als neuer Sänger Glenn Hughes, mit dem das Album Seventh Star aufgenommen wurde, welches ursprünglich als Soloalbum von Iommi geplant war. Auf Druck des Plattenlabels wurde es unter dem Namen
Black Sabbath
veröffentlicht. Am Bass war Dave Spitz und am Schlagzeug der spätere Kiss-Schlagzeuger Eric Singer. Dem Album war kein großer Erfolg beschert. In Großbritannien erreichte es nur Platz 27 in den Charts. Danach gab es wieder mehrere Besetzungswechsel. Sänger Glenn Hughes wurde durch Ray Gillen ersetzt, ebenso wie Bev Bevan in die Band zurückkehrte. Zudem wurde Keyboarder Geoff Nicholls zum offiziellen Bandmitglied.
Während der Aufnahmen für das nächste Album, „The Eternal Idol“, wurde Bassist Spitz entlassen und durch Bob Daisley ersetzt. Nachdem die Aufnahmen abgeschlossen waren, verließ Ray Gillen die Band und wurde durch den Sänger Tony Martin ersetzt, der den Gesang noch einmal neu aufnahm. Das Album wurde nicht zum kommerziellen Erfolg: Es erreichte nur Platz 66 in den englischen Hitparade und blieb dort nur für eine Woche. Auch die anschließende Tour mit Terry Chimes am Schlagzeug und Jo Burt am Bass war kaum erfolgreich.
Für das Album „Headless Cross“ spielte Laurence Cottle die Basslinien ein; zudem übernahm Cozy Powell das Schlagzeug. Als besonderen Gast konnte man Brian May für die Aufnahmesession gewinnen, er spielte Gitarre bei dem Song "When Death Calls". Das Album war erfolgreicher als „The Eternal Idol“ und erreichte Position 31 der britischen Charts.
Neuer Aufstieg:
Cozy Powell brachte nun den Bassisten Neil Murray in die Band ein. In dieser Besetzung konnte die Band im Jahr 1990 mit dem Album „Tyr“ erneut einen Erfolg verbuchen. Thematisch beschäftigt sich dieses nach dem germanischen Kriegsgott benannte Album mit der nordischen Mythologie.
Trotz dieses Erfolges entließ Iommi im Anschluss Martin, Murray, Powell und Nichols, um den Weg für eine Wiedervereinigung mit den ehemaligen Mitgliedern Ronnie James Dio und Vinnie Appice sowie dem Gründungsmitglied Geezer Butler zu ebnen. In dieser Besetzung nahm die Band 1992 das Album „Dehumanizer“ auf, das sich stark am Black Sabbath-Stil der 70er Jahre orientierte. Während der Aufnahmen kam es zu Unstimmigkeiten in der Band und Dio dachte darüber nach,
Black Sabbath
wieder zu verlassen. Die Single-Auskopplung „TV Crimes“ wurde in Großbritannien ein Top-30-Hit und das Album erreichte die Top-40. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Ozzy Osbourne auf seiner ersten Abschiedstour. Für die beiden letzten Konzerte in Costa Mesa, Kalifornien, wollte er gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen von
Black Sabbath
auftreten. Verträge wurden ausgehandelt, allerdings weigerte sich Dio aus persönlichen Gründen, die Bühne mit Ozzy zu teilen. Dio verließ die Band daraufhin.
Iommi setzte die Arbeit mit Butler, dem zurückgekehrten Tony Martin und dem Schlagzeuger Bobby Rondinelli fort. Diese neue Besetzung nahm das Album „Cross Purposes“ (1994) und das darauffolgende Live-Album „Cross Purposes Live“ (1995) auf. Im Anschluss daran kündigten Butler und Rondinelli und wurden erneut von Murray und Powell ersetzt. Zusätzlich nahm Iommi Geoff Nichols wieder auf, womit die Besetzung des „Tyr“-Albums wieder hergestellt war. 1995 nahm die Band „Forbidden“ auf, das bislang letzte Studioalbum der Band. Allerdings erfolgte direkt nach den Aufnahmen erneut ein Wechsel: Powell verließ die Band, während Rondinelli wieder hinzustieß.
Quelle:
(stark gekürzt) Wikipedia