Die
No Angels
sind eine Popband aus ursprünglich fünf Sängerinnen, die im Jahr 2000 aus der ersten Staffel des damals von RTL 2 ausgestrahlten Gesangswettbewerbs Popstars hervorging. In Deutschland waren sie die erste Band, die über ein Fernsehcasting zusammengestellt wurde. Mit etwa fünf Millionen verkauften Platten und vier Nummer-Eins-Singles in den deutschen Media Control Charts galt die Band bis zu ihrer Trennung im Dezember 2003 als die erfolgreichste Girlgroup Kontinentaleuropas. Im Januar 2007 starteten vier Gründungsmitglieder mit dem Album Destiny ein Comeback.
Bandgeschichte:
2000: Popstars:
Im September 2000 zählten Nadja Benaissa, Lucy Diakowska, Sandy Mölling, Vanessa Petruo und Jessica Wahls zu 32 (aus ursprünglich rund 4500) jungen Frauen, die im Rahmen des von RTL 2 ausgestrahlten Gesangswettbewerbs Popstars nach Mallorca, Spanien, flogen, um dort an einem nachfolgenden Workshop teilzunehmen. Während des einwöchigen Gesangs- und Tanztrainings unter der Leitung des Choreographen Detlef ‚D!‘ Soost verminderte sich die Anzahl der Teilnehmerinnen unter Urteil der Jurymitglieder Simone Angel, Rainer Moslener und Mario M. Mendrzycki auf 11. Die verbliebenen Finalistinnen kehrten anschließend nach Deutschland zurück.
Im November 2000 erfuhren Benaissa, Diakowska, Mölling, Petruo und Wahls innerhalb einer Sonderausgabe des Formates, dass sie als Siegerinnen des Wettbewerbs Teil der endgültigen Formation werden würden. Wenig später bezog die Girlband ein Domizil in München und begann mit den Vorbereitungen zu ihrem Debütalbum.
Parallel dazu richtete RTL 2 eine Umfrage für den Namen der Gruppe aus, wobei man für einen aus drei Vorschlägen – Elle’ments, Champaign oder
No Angels
– per SMS, E-Mail und Televoting stimmen konnte. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Name
No Angels
bereits festgelegt worden und die Abstimmung somit ohne Belang war. Viele Zuschauer fühlten sich betrogen; wegen der ohne Gegenleistung vertelefonierten Voting-Gebühren wurden von vereinzelten Abstimmungsteilnehmern Betrugsklagen gegen Polydor angestrengt. Eine derartige Scheinabstimmung fand wahrscheinlich auch bei der Namensfindung bei Bro'Sis statt.
2001: Beginn des Erfolges:
Als erste Single wurde von Cheyenne Records und der neugegründeten Band der Song Daylight in Your Eyes, die Neuaufnahme eines unveröffentlichten Titels der kolumbianischen Backgroundsängerin Victoria Faiella, ausgewählt und im Februar 2001 veröffentlicht; der Titel stieg unmittelbar auf Platz 1 in die deutschen, brasilianischen, estländischen, schweizerischen und österreichischen Single- und Airplaycharts ein und machte die Band über Nacht europaweit bekannt. In Deutschland wurde das Lied mit weit über 1.000.000 abgesetzten Exemplaren zur verkaufsstärksten Single des Jahres 2001.
Ähnlichem Erfolg sah auch das Album Elle’ments entgegen, welches im März desselben Jahres erschien: Mit über 1,1 Millionen verkauften Kopien und sowohl vier Gold- als auch drei Platinauszeichnungen belegte es ebenfalls die Spitze der deutschen Jahrescharts. Ihren zweiten Nr.-1-Hit konnten die
No Angels
im Sommer 2001 mit dem Eurythmics-Cover There Must Be an Angel landen; die dritte Single der Band erreichte sowohl in Deutschland als auch in Brasilien und Österreich die Spitze der Singlecharts. Die Auskopplung Rivers of Joy als auch die Doppel A-Single When the Angels Sing/Atlantis erreichten hingegen die Top 10 der Charts. Im Zuge seines Verkaufserfolgs wurde das Album zwei weitere Male wiederveröffentlicht, zum einen in einer Karaoke Edition, zum anderen in einer Special Winter Edition inklusive dreier neuer Songs.
Nach einer kurzen Deutschlandtournee im Vorprogramm von
DJ Bobo
und Westlife traten die
No Angels
anschließend im Rahmen der Rivers of Joy Tour vom 19. Oktober bis 10. Dezember 2001 in über 30 Städten innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz als Haupt-Act auf. Nebenbei wurde die Gruppe zudem mit Preisen wie dem Bambi, einem Comet, der Eins Live Krone, dem Top of the Pops-Award, dem Goldenen Bravo Otto als auch mit zwei ECHOs ausgezeichnet.
2002: Now … Us!:
Im Mai 2002 erschien nach halbjähriger Studiopause die erste Auskopplung aus dem Nachfolgewerk Now … Us!. Der Titel Something about Us, geschrieben von Bandmitglied Vanessa Petruo, Alexander Geringas und Thorsten Brötzmann, befasste sich unter anderem mit einer Reihe von Gerüchten, die im Jahr zuvor publiziert worden waren und auch im ECHO-prämierten Video zur Single auf parodistische Art Umsetzung fanden. Nicht zuletzt dank einer Coverversion des als Langnese-Jingles bekannt gewordenen Like Ice in the Sunshine, das als B-Seite der Single erschien, erreichten die
No Angels
mit Something about Us innerhalb von 14 Monaten zum dritten Mal die Spitze der Hitlisten in Deutschland und Österreich.
Das im Folgemonat veröffentlichte Now … Us! ging ebenfalls an die Spitze der deutschen Albumcharts und verkaufte sich bis zum Ende des Jahres 2002 mehr als 800.000 Mal. Mit der Ballade Still in Love with You gelang ein weiterer Top-10-Hit in den Single- und Radiocharts, während der von Mousse T. produzierten Remix zu Let's Go to Bed lediglich die Top-10 Dancefloorcharts erreichte. In Zusammenhang mit dem am 2. Oktober 2002 aufgeführten Exklusivkonzerts im Berliner Tränenpalast erschien im Herbst 2002 das von Till Brönner produzierte Album When the Angels Swing, eine Sammlung neuer und neu arrangierter Albumaufnahmen in Swing-Arrangements. Die Alison-Moyet-Coverversion All Cried Out wurde sowohl in einer Swing- als auch in einer Popversion veröffentlicht, das Konzert später auf DVD herausgebracht.
Danach reisten die
No Angels
innerhalb der Four Seasons-Tournee erneut durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bandmitglied Jessica Wahls, die bereits im Sommer zuvor ihre Schwangerschaft verkündet hatte, verließ die Band in eine ursprünglich für sechs Monate geplante Babypause. Nach der Geburt ihrer Tochter Cheyenne im März 2003 kehrte sie zugunsten ihres Kindes und einer Karriere als Solointerpretin vorerst jedoch nicht mehr in die Band zurück.
2003: Auflösung der Band:
Die verbliebenen Mitglieder Nadja, Lucy, Sandy und Vanessa entschieden sich, zu viert weiterzumachen und nahmen in den Folgemonaten ihr drittes Studioalbum Pure auf. Ungeachtet kritischer Vorberichterstattung über die nun „unvollständige“ Band gelang es dem Quartett, im April 2003 mit der Vorabsingle No Angel (It’s All in Your Mind) ihre vierte Nr. 1 in den deutschen Singlecharts zu platzieren; die darauf folgende Single Someday wurde zu einem weiteren Top-10-Hit. Wie schon die beiden vorherigen Studioalben Elle’ments und Now … Us! erreichte auch Pure im August 2003 Platz 1 der deutschen Albumcharts; für über 150.000 verkaufte Exemplare erhielten die
No Angels
eine weitere Goldene Schallplatte.
Im Vorfeld der Veröffentlichung der dritten Auskopplung Feelgood Lies gab die Band im September 2003 nach drei Jahren ständiger gemeinsamer Promoauftritte, Konzerte und Studioaufnahmen und einer Reihe stressbedingter Erkrankungen die Auflösung der Gruppe bekannt. Mit Reason, einer Neuaufnahme eines bereits veröffentlichten Titels aus dem Jahr 2001, erschien im November die letzte gemeinsame Single der
No Angels
, zu denen im Rahmen der Veröffentlichung des Albums The Best of
No Angels
auch Jessica wieder hinzugestoßen war. Nach einigen letzten öffentlichen Auftritten und einem Unplugged-Konzert im Münchener Club P1 sowie in einer von einem Mobilfunkanbieter gesponserten Show im Dezember 2003 in der Düsseldorfer Nachtresidenz gingen die
No Angels
vorerst getrennte Wege.
2007: Comeback:
Im Januar 2007 wurde offiziell die Wiedervereinigung der
No Angels
bekanntgegeben. Während Jessica Wahls nach ihrem Ausstieg im Jahr 2002 als Mitglied zur Band zurückstieß, entschied Vanessa Petruo sich zu Gunsten ihrer Solo-Karriere gegen ein Comeback mit den
No Angels
. Die verbliebenen vier Mitglieder veröffentlichten daraufhin mit Goodbye to Yesterday ihre erste Single nach dreieinhalb Jahren und platzierten sich damit auf Platz 4 der deutschen Singlecharts. Das vierte Studioalbum der Band, Destiny, welches am 13. April 2007 erschien, konnte sich ebenfalls auf Platz 4 der deutschen Albumcharts platzieren und bis Juni 2007 mehr als 30.000 Kopien absetzen. Am 15. Juni wurde die zweite Single Maybe ausgekoppelt, welche es als erste Single der Gruppe nicht in die Top-20 der deutschen Hitparade schaffte und sich nur noch 15.000 mal verkaufte. Am 19. Oktober 2007 wurde schließlich die Doppel-A-Single Amaze Me/Teardrops veröffentlicht, welches eine Coverversion der Band Womack and Womack (
http://www.youtube.com/watch?v=_C1UqHWGibk) aus dem Jahre 1988 war, welches sich auf Platz 25 der deutschen Media Control-Single-Charts platzieren konnte. In Polen kam "Teardrops" bis auf Platz 34.
Ende 2007 sang die Band den Titelsong „Life Is a Miracle“ zum Zeichentrickfilm Kleiner Dodo ein, der am 1. Januar 2008 in die Kinos kam und dessen Soundtrack drei Tage später erschien.
2008: Eurovision:
Am 6. März 2008 trat die Band mit dem Song Disappear beim Deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2008 an und erreichte in der Endrunde mit einem halben Prozentpunkt (50,5%) Vorsprung vor Carolin Fortenbacher den ersten Platz, weswegen sie am 24. Mai 2008 beim Eurovision Song Contest in Belgrad für Deutschland antreten wird. Die Single erschien bereits am 29. Februar und platzierte sich in der ersten Woche auf Platz 12 der deutsche Singlecharts und stieg in der folgenden Woche auf Platz 4.
Quelle: Wikipedia