“The Royal Guardsmen”: “Snoopy’s Christmas” (Teil 3)
In einem in der Times veröffentlichten Brief erklärte der deutsche Leutnant Niemann, dass in seinem Sektor bei Frelinghein-Houplines ein Fußballspiel ausgetragen wurde, das 3:2 für die Deutschen ausgegangen sei. Dies war eindeutig eines der Symbole des Weihnachtsfriedens und trug zur Legendenbildung bei. Der Wahrheitsgehalt kann jedoch heute nicht mehr geprüft werden. Sicher ist jedoch, dass es zu einem unorganisierten Gekicke zwischen den Gegnern kam, dass dabei allerdings nicht auf ein Tor geschweige denn mit einem Schiedsrichter gespielt wurde.
Entsprechend mehreren Berichten gab es im Niemandsland weiterhin mindestens ein gemeinsames Schweinegrillen, mindestens einen Frisörsalon für Deutsche und Briten, mehrere Fußballspiele und unzähliges Austauschen von kleinen Geschenken, wie Tabak, Zigaretten und Schokolade.
An einer französischen Front brachte ein Deutscher einen betrunkenen Franzosen zu seiner Stellung zurück und legte ihn vor dem Stacheldrahtverhau nieder.
Die meisten Berichte stammen von britischer Seite, der bekannteste von Captain Sir Edward Hulse (gefallen 1915) von den Scots Guards, der, als er aus dem Hauptquartier zurückgekommen war, feststellen musste, dass es zu Verbrüderungen kam.
“Scots and Huns were fraternizing in the most genuine possible manner. Every sort of souvenir was exchanged, addresses given and received, photos of families shown, etc. One of our fellows offered a German a cigarette; the German said, ‘Virginian?’ Our fellow said, ‘Aye, straight-cut’, the German said ‘No thanks, I only smoke Turkish!’ … It gave us all a good laugh.”
„Zwischen Schotten und Hunnen [englisches Schimpfwort für Deutsche] fand weitestgehende Verbrüderung statt. Alle möglichen Andenken wurden ausgetauscht, Adressen gingen her- und hinüber, man zeigte sich Familienfotos usw. Einer von uns bat einem Deutschen eine Zigarette an. Der Deutsche fragte: ‚Virginia’? Unserer sagte: ‚Klar, einwandfrei’. Darauf der Deutsche: ‚Nein, danke, ich rauche nur türkischen.’ … Darüber haben wir alle sehr gelacht.“
– Batallionstagebuch der Scots Guards Dezember 1914
Das Ende des Waffenstillstandes
Man geht heute davon aus, dass mindestens 100.000 Soldaten der an der Westfront kämpfenden Parteien an dem Waffenstillstand teilgenommen haben, hauptsächlich Briten und Deutsche. Der Waffenstillstand und die Verbrüderungen wurden vor allem am 23. und 24. Dezember 1914 beobachtet, vereinzelt waren längere Feuerpausen zu beobachten, einige sogar bis in den Januar 1915 hinein. Wie es die soldatische Tradition des 19. Jahrhunderts vorschrieb, gab es an weniger bedeutsamen Sektoren der Front auch inoffizielle und kurze Abmachungen zur Pflege der Verwundeten und Bergung der Toten, die aber nie in den Berichten der Armeeführungen auftauchten.
Der allgemeine Waffenstillstand endete an einigen englischen Abschnitten erst am 26. Dezember („Boxing Day“), an bestimmten schottischen am Neujahrstag, da dies von den schottischen Soldaten als ein besonderes Fest gefeiert wurde. Der Bataillonsbericht von Captain J. C. Dunn und Captain C. I. Stockwell von den Royal Welsh Fusiliers, welche die Fässer mit Bier bekommen hatten, kann als authentisch und beispielhaft gelten: Um 08:30 Uhr wurden drei Schuss in die Luft gefeuert und die Briten hissten eine Flagge mit der Aufschrift „Merry Christmas“. Auf der anderen Seite der Front erschien ein deutscher Hauptmann, der ein Tuch in die Höhe hielt, auf dem „Thank you“ geschrieben stand. Beide salutierten und gingen in ihre Gräben zurück. Ein deutscher Soldat schoss zweimal in die Luft, danach war wieder Krieg.
Konsequenzen
Auf beiden Seiten der Front hatte der Waffenstillstand kein disziplinarisches Nachspiel. In der deutschen Presse wurde es niemals erwähnt, obwohl die Ereignisse durch entsprechende Aufzeichnungen der OHL belegt sind. Die britische und französische Berichterstattung war freizügiger, jedoch wurde das Ausmaß auf eine kleine Verbrüderung an einem unwesentlichen Frontabschnitt reduziert.
Weihnachten 1915 gab es wiederum Versuche der Truppen, das Geschehen des Vorjahres zu wiederholen. Es wurde allerdings diesmal von den Befehlshabern unter Androhung von Kriegsgerichtsverfahren nicht mehr geduldet. Ab 1916 gab es schließlich auch die inoffiziellen, kleinen Waffenstillstände zwischen den Gegnern nicht mehr. Das Niemandsland war zu einer ständigen Kampfzone geworden.
Im Musikvideo Pipes of Peace von Paul McCartney wird dieser Weihnachtswaffenstillstand dargestellt.
(Freie Übersetzung)
O Tannenbaum, O Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!
Die Nachrichten erschienen im “Ersten Weltkrieg”:
Der verdammte „Rote Baron“ flog wieder einmal,
die alliierte Kommandoführung kümmerte die Männer wenig.
Man rief Snoopy, um weiterzumachen.
Es war die Nacht vor Weihnachten, in 40 Fuß Höhe,
als Snoopy aufstieg, um den Feind zu suchen.
Er erspähte den Roten Baron, sie kämpften heftig.
Als seine Flügel vereisten wußte Snoopy, daß es ihn erwischen würde.
Weihnachtsglocken - diese Weihnachtsglocken.
Sie läuten durch das Land
sie fragen nach dem Frieden für die Welt
und gutem Willen für die Menschheit
Weihnachtsglocken - diese Weihnachtsglocken.
Sie läuten durch das Land
sie fragen nach dem Frieden für die Welt
und gutem Willen für die Menschheit
Der Rote Baron sah Snoppy in Gedanken schon tot.
Er nahm den Abzug, um ihn auszulösen.
Aus welchem Grund er nicht schoß werden wir niemals erfahren.
Vielleicht waren es die Glocken unter ihnen im Dorf?
Weihnachtsglocken - diese Weihnachtsglocken.
Sie läuten durch das Land
sie fragen nach dem Frieden für die Welt
und gutem Willen für die Menschheit
Der Baron zwang Snoopy über den Rhein zu fliegen
Und hinter den feindlichen Gräben zu landen.
Snoopy war sicher, daß das für ihn das Ende bedeuten würde.
Da rief der Rote Baron: „Frohe Weihnachten, mein Freund.
Der Baron lud ihn zu einem Festgelage ein
und Snoopy, unser Held, salutierte seinem Gastgeber.
Daraufhin machten sie sich gröhlend auf den Weg,
wohlwissend, daß man sich an einem anderen Tag unter anderen Umständen wiedertreffen würde.
Weihnachtsglocken - diese Weihnachtsglocken.
Sie läuten durch das Land
sie fragen nach dem Frieden für die Welt
und gutem Willen für die Menschheit
Weihnachtsglocken - diese Weihnachtsglocken.
Sie läuten durch das Land
sie fragen nach dem Frieden für die Welt
und gutem Willen für die Menschheit
Quellen:
Wikipedia (diverse Seiten - gekürzt)
The Royal Guardsmen: Snoopy’s Christmas (selbst übersetzt)