01.08.2010, 08:13 UTC+2

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren
Umfrage

73%

Freddy Krueger (Nightmare on Elm Street)

27%

Jason ( Freitag der 13.)

Insgesamt 15 Stimmen
Neue Benutzer

Hotsteppa (Gestern, 22:49)

Leonehaare (Gestern, 18:51)

Coshida (Gestern, 17:56)

camilla (30.07.2010, 17:14)

Kayah (30.07.2010, 16:34)

Statistik

865 Mitglieder - 1 818 Themen - 9 421 Beiträge (durchschnittlich 9,02 Beiträge/Tag)
Unser neuestes Mitglied heißt: Hotsteppa.

Das Forum ist erfolgreich auf den neuen Server umgezogen. Sollte euch noch irgendwas auffallen bitte melden. Weiter gehts :) Euer Musik-Forum - Team

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Musik Forum - Themen rund um die Musik. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

26

10.01.2009, 09:46

„Kate Bush“: „Wuthering Heights“

Jahr: 1973
Kate Bush hatte den Song - wie fast ihr gesamtes veröffentlichtes Material - selbst geschrieben und war damit die erste Frau, der es gelang, mit einer Eigenkomposition auf die Nummer-Eins-Position in Großbritannien zu kommen. Die Musiker, die darauf zu hören sind, sind: Ian Bairnson (Gitarre), David Paton (Bass) (beide ehemals bei Pilot), Duncan Mackay (Keyboards) und Stuart Elliott (Schlagzeug), allesamt damals zur Stammbesetzung von The Alan Parsons Project gehörend, ebenso wie der Produzent dieses Stückes und der ersten beiden Kate-Bush-Alben, der Komponist und Arrangeur Andrew Powell.
Der Erfolg von „Wuthering Heights“ sorgte auch für reges Interesse an Kate Bushs Debütalbum, das im Februar folgte. „The Kick Inside“ erreichte Platz 3 in den britischen Albumcharts.
Beeindruckend war Kate Bushs Ausdruckstanz zu dem Song, den sie sowohl im Video als auch bei diversen Fernsehauftritten zeigte. Die Rückseite des Covers der ersten deutschen Single-Ausgabe bewirbt ihren Auftritt in „Bios Bahnhof“ am 9. Februar 1978.

Literarische Vorlage: Emily Brontë | Jahr: 1845/46
Der Roman "Wuthering Heights" wurde geschrieben von Emily Brontë - einer englischen Schriftstellerin, die mit ihren zwei weiteren auch als Schriftstellerinnen hervorgetretenen Schwestern Charlotte und Anne und einem Bruder im nordenglischen Haworth lebte. Sie starb schon im Alter von 30 Jahren im Jahre 1848. Ihr Hauptwerk "Wuthering Heights" ist bis heute ein Klassiker und besticht und vewirrt durch seine dunkle Stimmung, die immer wieder mit der kargen Moorlandschaft in Verbindung gebracht wird, in der die Schwestern aufwuchsen.


Für diejenigen, die sich für das Buch interessieren:
Inhaltsangabe für "Wuthering Heights"
Die Earnshaws wohnen auf Wuthering Heights, einem Haus hoch oben im Moor. Eines Tages bringt der Vater einen Waisenjungen, Heathcliff, mit nach Hause, der mit seinen Kindern Catherine und Hindley zusammen aufgezogen wird. Catherine und Heathcliff verstehen sich sehr gut und machen oft zusammen Ausflüge aufs Moor, denn sie haben beide einen ähnlichen Charakter, sie sind temperamentvoll und werden von ihren Gefühlen gelenkt. Hindley dagegen empfindet Heathcliff gegenüber nur Neid und Haß, da sowohl sein Vater als auch seine Schwester Heathcliff ihm vorziehen.

Heathcliff verliebt sich in Catherine. Aufgrund eines Mißverständnisses verläßt Heathcliff die Familie, da er glaubt, daß Catherine einen anderen liebt. Dieser andere ist Edgar Linton, den Catherine heiraten will, aber nicht aus Liebe, sondern weil sie Heathcliff mit Edgars Geld zum gesellschaflichen Aufstieg verhelfen will. Heathcliff ist nun aber verschwunden, und Catherine und Edgar Linton heiraten.

Nach vielen Jahren kehrt Heathcliff zurück, er ist offenbar beim Militär gewesen. Er ist oft bei Lintons zu Gast, denn er liebt Catherine immer noch und haßt Edgar. Um sich an der Familie Linton zu rächen, verführt er Edgars Schwester, heiratet sie und behandelt sie so schlecht, daß sie ihn verläßt.

Nach ihrem Tod kommt ihr gemeinsames Kind Linton nach Wuthering Heights, wo Heathcliff inzwischen Hausherr ist. Dort wohnt außerdem Hareton, Hindleys Sohn, den Heathcliff, um sich an Hindley zu rächen, möglichst wenig Bildung angedeihen läßt, obwohl er eigentlich intelligent ist, während er für seinen eigenen Sohn Linton, der kränkelt und auch keine große Intelligenz besitzt, einen Lehrer bezahlt.

Catherine ist inzwischen bei der Geburt ihrer Tochter Catherine gestorben, nachdem Heathcliff noch einmal vergeblich versucht hat, sie dazu zu bringen, ihm ihre Liebe zu gestehen. Weil sie ihn also bis in den Tod hinein verleugnet hat, will er sich auch an ihr rächen, indem er ihre Tochter und seinen schwächlichen Sohn verheiratet, wodurch all ihr Besitz an Linton, und nach dessen Tod (der vermutlich bald eintreten wird) an Heathcliff fallen würde.
Es gelingt ihm auch, diesen Plan durchzuführen, und Linton stirbt, so daß schließlich Catherine und Hareton, die beide abhängig von Heathcliff sind, in Wuthering Heights wohnen.

Catherine überwindet nach einiger Zeit ihren Widerwillen gegenüber dem rohen, ungebildeten Hareton und bringt ihm Lesen und Schreiben bei. Heathcliff stirbt schließlich, nachdem er eine Vision der toten Catherine gehabt hat, und die Geschichte endet recht hoffnungsvoll: man kann sich vorstellen, daß Catherine und Hareton heiraten und glücklich werden.

Quelle: Wikipedia & http://www.hh.schule.de/christianeum/buch25.htm
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

27

10.01.2009, 09:48

“Eric Clapton”: “Tears In Heaven”

Jahr: 1992
Am 20. März 1991 geschah das Unfassbare. Das, wovor wahrscheinlich fast alle Mütter und Väter dieser Welt am meisten Angst haben: der Tod des eigenen Kindes. Dazu noch ein Unfall, der bei genauem Hinsehen durchaus vermeidbar gewesen wäre. Was war geschehen?
Der vierjährige Conor Clapton, Sohn Eric Claptons und der italienischen Schauspielerin Lori del Santo, hielt sich zusammen mit seiner Mutter und einer Haushälterin im 53. Stock eines New Yorker Apartmenthauses auf. Sie waren auf Besuch aus Italien, ebenso der in England lebende Clapton, der sich in einem nahen Hotel aufhielt. Die Haushälterin hatte gerade die Fenster geputzt und ließ eines davon offenstehen, um den Raum zu lüften. Durch dieses offene Fenster stürzte der Vierjährige auf ein angrenzendes Gebäude und war sofort tot.
Mit dem Song "Tears in heaven" verarbeitet Eric Clapton diesen tragischen Verlust. Er stellt sich ein Treffen zwischen seinem Sohn und ihm selbst im Himmel vor und stellt fest dass er dort nicht hingehört, sondern im Leben stark sein muss und weitermachen muss. Er kommt aber zu der Überzeugung, dass es im Himmel Frieden und keine Tränen mehr gibt: "There'll be no tears in heaven". Diese Aussage wurde interessanterweise, verkürzt auf "tears in heaven", zum Titel des Songs, der damit eigentlich genau das Gegenteil des Liedtextes aussagt.
Der Song strahlt in seiner schlichten Schönheit eine Ruhe und auch Wärme aus, die viele Menschen berührt, und denen, die auch Verluste zu beklagen haben, Trost und Hoffnung gibt. Nicht zuletzt deshalb darf "Tears in heaven" zu den Klassikern der Pop- und Rockmusik gezählt werden.
"Tears in heaven" wurde 1992 auf der Unplugged-CD veröffentlicht und ist inzwischen Eric Claptons bekanntester Song und Grundlage für verschiedene Auszeichnungen, wie den Grammy im Jahr 1993 geworden.
Auch andere Künstler versuchen Verluste durch Kreativität zu verarbeiten, wie zum Beispiel der deutsche Dichter Friedrich Rückert, der von 1788 bis 1866 lebte. Er verlor zwei seiner Kinder und schrieb zur Aufarbeitung 400 (!) Gedichte, die sogenannten Kindertotenlieder. Fünf davon wurden von Gustav Mahler zwischen 1901 und 1904 für Singstimme und Orchester vertont. Der aus Mähren stammende Mahler war Komponist und Dirigent und lange Zeit Leiter der Wiener Hofoper. Auch er musste den Verlust einer Tochter beklagen, die 1907, zwei Jahre nach der Uraufführung der Kindertotenlieder, im Alter von fünf Jahren starb.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/tears.html
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

28

10.01.2009, 09:49

"The Beatles": "Yesterday"

Jahr: 1965
Das Songschreiben geschah bei den Beatles in den meisten Fällen in einer Art Teamarbeit zwischen Paul McCartney und John Lennon. Auch bei "Yesterday" findet sich in den Noten die Angabe: Words and Music by John Lennon and Paul McCartney. Tatsache ist jedoch, dass das Stück von Paul McCartney alleine komponiert wurde. Er äußert sich zur Entstehung folgendermaßen:
"Ich wachte eines Morgens auf mit einer Melodie in meinem Kopf und dachte mir: "Hey, ich kenne diese Melodie nicht, oder?" Es klang wie eine Jazzmelodie. Mein Vater kannte eine Menge alter Jazzstücke, also dachte ich, vielleicht erinnere ich mich von früher daran. Ich ging zum Klavier und fand die richtigen Akkorde: G-Dur, Fis-Septakkord, H-Dur. Ich ging damit zu all meinen Freunden und fragte sie, ob sie wüssten, was das sei. "Kennst du das? Das ist eine kleine Melodie, aber ich kann sie nicht selbst geschrieben haben, weil ich sie geträumt habe.""(1)
Paul konnte das Gefühl nicht loswerden, irgendwoher inspiriert worden zu sein, konnte aber trotz aller Versuche nicht herausfinden woher und akzeptierte schließlich seine Urheberschaft. Auf seiner genialen Seite www.beathoven.com weist Ian Hammond nach, dass das Vorbild "Georgia" von Hoagy Carmichael in der Version von Ray Charles sein muss. Vor allem die Harmonien stimmen fast zu 100% überein und die ganze Beweiskette ist schlüssig. Für nähere Informationen siehe http://www.geocities.com/~hammodotcom/be...sweetsongs.htm.
Neben der vergeblichen Suche nach der Inspirationsquelle war auch die Suche nach einem passenden Text schwierig. Zuerst hieß das Stück "scrambled eggs" - zu deutsch "Rühreier". John Lennon sagt, dass er fast schon traurig war, als der endgültige Titel gefunden war, denn das Rührei war schon zum Running Gag geworden.
Zur Zeit der Entstehung von "Help!" arbeiteten die Beatles schon mit ihrem Produzenten George Martin zusammen, einen ausgebildeten Musiker, der die Ideen der Beatles im Studio praktisch umsetzte und sich mit ihnen in den folgenden Jahren ideal ergänzen sollte. Er war es auch, der vorschlug, "Yesterday" nicht in der üblichen Besetzung zu produzieren, sondern ein Streichquartett zu engagieren.
"Paul ging runter ins Studio, setzte sich mit seiner Akustikgitarre auf einen hohen Stuhl und spielte "Yesterday". Das war die Masteraufnahme. Dann sagte ich: "Okay, was machen wir damit? Wie wär's mit einer kleine Gruppe von Streichern, einem Quartett?" Das fand er interessant, und dann arbeitete ich mit ihm daran und machte Vorschläge für die Partitur. Er hatte auch eigene Einfälle. Dann buchten wir ein Streichquartett, legten die Streicher drüber - und fertig war die Platte."
Es war also außer Paul McCartney kein anderer Beatle an der Aufnahme beteiligt. Trotzdem waren sich alle einig, die Aufnahme nicht als Soloplatte von Paul herauszubringen. Man hatte mit dem Song zuerst ganz andere Probleme, wie Paul herauslässt:
"Wir brachten "Yesterday" in England gar nicht als Single heraus, weil wir uns ein wenig schämten - schließlich waren wir eine Rock'n'Roll-Band."
Eine nette Anekdote liefert uns noch John Lennon.
"Ich saß mal in einem Restaurant in Spanien, und der Geiger bestand darauf, mir "Yesterday" direkt ins Ohr zu spielen. Dann bat er mich, seine Violine zu signieren und ich unterschrieb darauf. Eines Tages wird er herausfinden, dass Paul "Yesterday" geschrieben hat. Aber ich schätze, er hätte schlecht von Tisch zu Tisch gehen können und "I am the walrus" spielen können."

---------------------------------------------------------------------------
-----

(1) Alle Zitate auf dieser Seite sind der Beatles Anthology, Ullstein München, 2000 entnommen

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/yesterday.html
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

29

10.01.2009, 09:51

"Simple Minds": "Belfast Child"

Jahr: 1989
Die Vorstellung fällt schwer, wie es wohl in den 70ern und 80ern während der schlimmen Phase des Nordirlandkonflikts in Belfast gewesen ist. Fährt man heute durch Belfast, fällt die Vergangenheit der Stadt gar nicht auf. Das Leben pulsiert in der Innenstadt wie in den anderen Städten Irlands auch. Man muss schon in die Vororte fahren, in denen das Erbe noch deutlich sichtbar ist, vor allem an den allgegenwärtigen "Murals", den Wandzeichnungen, die die religiöse und politische Ausrichtung der jeweiligen Gegend demonstrieren.
Und in manchen dieser Vororte, dort wo die Wohnviertel der beiden Religionsgruppen, der Katholiken und der Protestanten, direkt aneinander grenzen, sind auch heute noch die unterschwelligen und manchmal auch noch kurz aufflackernden alten Ressentiments und der alte Hass zu bemerken. Trotz allem, wie gesagt, kein Vergleich zum Belfast von damals, der Zeit des Terrors und der Bomben und der offenen Gewalt, die heute im englischen Sprachraum "the Troubles", die Unruhen, genannt wird.
"Belfast Child" ist einer der vielen Songs, die vom Nordirlandkonflikt handeln. Anders als zum Beispiel Sunday, Bloody Sunday von U2 bezieht sich "Belfast Child" nicht auf ein besonderes Ereignis. Es ist mehr eine atmosphärische Beschreibung des Zustands der Stadt. Das "Belfast Child" ist hier als Metapher zu verstehen für die Kinder der Stadt, und damit verbunden die kindliche Unschuld, die unter dem Bürgerkrieg am meisten leidet. Dass diese Kinderstimmen ruhig sind und nicht mehr singen, nicht mehr lärmen, macht Belfast zu einem Ort der gespenstischen Stille; ein Ort der nicht mehr lebt, und an dem man nicht mehr leben möchte, und ein Ort aus dem man fliehen will. Der Schluss macht dann doch noch Hoffnung: "one day we'll return here, when the Belfast child sings again".
Die "Simple Minds" werden für diesen Song aber auch oft kritisiert. Er würde allzu pathetisch und emotional daherkommen, der Liedtext sei dabei nicht tiefgründig, sondern klischeehaft, und außerdem wüssten die "Simple Minds" als schottische Band nichts davon, was in Belfast wirklich vorgehe.
Dabei tut man der Band sicherlich Unrecht, denn es war ihnen damals ein echtes Anliegen, der Betroffenheit über diesen mitten in Europa tobenden Konflikt Ausdruck zu geben. Der Kopf und Sänger der Gruppe Jim Kerr sagt dazu in einem Interview: "We were inspired by the likes of Peter Gabriel and Robert Wyatt, who were doing great music with questions at its heart. If you have any kind of career at this level there'll be a time when you write about what you perceive as the issues of your time." (1) (Wir wurden durch Künstler wie Peter Gabriel und Robert Wyatt inspiriert, die tolle Musik machten und dabei Fragen aufwarfen. Irgendwann in deiner Karriere kommt eine Zeit, in der du über das schreibst was du als brennende Fragen deiner Zeit ansiehst.)
Außerdem lässt man dabei außer Acht, dass der Song "Belfast Child" eingebettet war in das Album "Street Fighting Years", das sich nicht nur im Song "Belfast Child" mit aktuellen Konflikten und Menschenrechtsverletzungen auseinander setzte. Der Titelsong "Street Fighting Years" ist dem vom Regime ermordeten chilenischen Sänger Victor Jara gewidmet, und sowohl "Mandela Day" wie das Cover von Peter Gabriels "Biko" beschäftigen sich mit dem Apardheitsregime Südafrikas.
Hinzu kommt, dass Jim Kerr, wie er im gleichen Interview wie oben sagt, familiäre Verbindungen nach Nordirland hat ("I'm from Glasgow, but my father's family are from Northern Ireland.") und somit sicherlich auch eine persönliche Betroffenheit spürt.
Schließlich haben sich die Simple Minds musikalisch auch noch um Authentizität bemüht, indem sie als Melodie ein bekanntes irisches Vokslied mit dem Titel "She moved through the fair" verwendet haben. Diese Melodie soll angeblich ihre Ursprünge im Mittelalter haben. Sie hat einen sehr ruhigen, getragenen und etwas melancholischen Charakter, was auch die entsprechende Stimmung im "Belfast Child" erklärt.
Irische Anklänge finden sich aber auch in der Verwendung der für die irische Volksmusik so typischen Flöte in den Zwischenspielen und dem vom irischen Schlaginstrument Bodhran gespielten Trommelrhythmus, der dem langen Instrumentalteil in der Mitte zu Grunde liegt. Dieser Rhythmus besitzt gleichzeitig noch einen drohenden, fast militärischen Charakter, wodurch sich der Kreis zur politischen Thematik wieder schließt.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/belfastchild.html
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

30

10.01.2009, 09:58

“The Beatles”: “All You Need Is Love”

Jahr: 1967
"All you need is love" war sozusagen eine Auftragskomposition. John Lennon ist sich in Nachhinein zwar nicht ganz sicher gewesen, ob er das Lied neu geschrieben hat, oder Material verwendet hat, das sowieso gerade in Arbeit war. Der Auftrag war auf jeden Fall, für "Our World", die erste Fernsehsendung, die live über Satellit übertragen wurde, und somit in 24 Ländern schätzungsweise von 300 - 400 Millionen Menschen gesehen werden konnte, einen Song zu komponieren und damit England zu vertreten. Teil der Aufgabe war damit auch, einen Text zu schreiben, der sozusagen universell verständlich war.
Diese Aufgabe hat Lennon sicherlich grandios gelöst. In Erinnerung sind die Bilder der Beatles als lebende Litfasssäulen, die diese Botschaft - dass wir nur die Liebe brauchen - in viele Sprachen übersetzt in die Welt hinaustrugen.

Vielleicht war es diese Idee des Völkerumspannenden, Weltverbindenden, die George Martin, den Produzenten der Beatles, dazu brachte, in das Stück am Anfang und Schluss verschiedene Zitate europäischer und amerikanischer Musik einzuflechten. Er tat das am Schluss in der für ihn typischen Collagetechnik und ohne die aktive Beteiligung der Beatles.
Am Anfang hören wir die ersten drei Takte der französischen Nationalhymne, der Marseillaise. Am Schluss sind in die Klangcollage verschiedene Fetzen von fremden und beatleseigenen Musiktiteln eingebettet. Dies wären im einzelnen in der Reihenfolge des Auftretens:
Johann Sebastian Bach: Zweistimmige Invention für Klavier, F-Dur, BWV 779, hier allerdings von einer Trompete gespielt.
Joe Garland: "In the mood" in der durch Glenn Miller bekannten Version. Es handelt sich dabei um die Einleitungstakte vor dem eigentlichen Thema im Saxophonsatz.
"She loves you", ein früher Hit der Beatles
"Yesterday"
"Greensleeves", ein altes englisches Volkslied als einstimmige Streichermelodie

Mit diesem Song schrieben die Beatles wahrscheinlich ungewollt eine der Hymnen der Love and Peace-Generation, deren Lebensgefühl sie mit der Refrainzeile voll trafen.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/allyouneedislove.html
»raptor230961« hat folgende Datei angehängt:
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

31

10.01.2009, 10:01

„Kelly Rowland“: „Stole“

Jahr: 2003
"Stole" ist ein Song, der sich mit der Problematik der Gewalt an Schulen, und hier speziell mit den in den USA häufiger vorkommenden Amokläufen von Schülern an Schulen beschäftigt.
In "Stole" schildert Kelly Rowland das Schicksal zweier Schüler, deren Leben von einem Mitschüler sozusagen gestohlen wird, indem sie von ihm erschossen werden. Der namenlose Täter wird im Song als ruhig, unauffällig, intelligent und rücksichtsvoll beschrieben, er wird allerdings auch von seinen Mitschülern schikaniert und geschnitten. Eines Tages läuft er in das Klassenzimmer mit einer Pistole, wobei sich der Songtext über das, was anschließend passiert, nicht auslässt.
Kelly Rowland richtet ihren Blick aber nicht nur auf den Täter und seine Motive, sondern auch auf die Opfer, denen die Chance auf eine eventuell viel versprechende Zukunft genommen wird. Sie spricht aber auch die Teilnahmslosigkeit, beziehungsweise Untätigkeit der Gesellschaft an, die nichts unternimmt, oft wegsieht, wenn Menschen gedemütigt werden. "Now I wish I would have talked to him, gave him the time of day, not turn away. If I would have been the one to maybe go this far, he might have stayed at home playing angry chords on his guitar." Sie gibt sich stellvertretend selbst eine Mitschuld, indem sie nicht versucht hat, zu diesem Menschen vorzudringen.
Hintergrund
Der Hintergrund sind Taten, die in den letzten Jahren die Welt bewegt haben, wie zum Beispiel das Massaker von Littleton, oder ähnliche, unfassbare Taten von jungen Menschen, die vorher keine Anzeichen einer potentiellen Gewalttätigkeit gezeigt haben. Tieferliegende Probleme sind wohl die universelle Verfügbarkeit von Waffen in den USA, die auf die amerikanische Geschichte zurückzuführen ist und an der sich auch durch solche grausame Taten dank einer einflussreichen Waffenlobby nichts geändert hat. Auch die Sprachlosigkeit, die Isolation, in die sich die späteren Täter zurückziehen, ist ein großes Problem, dem sich die Gesellschaft noch ziemlich hilflos gegenübersteht. Oft können die Jugendlichen die Realität nicht mehr von ihrer Traumwelt - oft genug durch entsprechende Computerspiele geprägt - unterscheiden.
Das Video
Das zum Song passende Video zeigt jedoch eine etwas andere Geschichte, die eher einen Selbstmord des Jungen impliziert. Diese Abweichung vom Songtext dürfte wohl darin begründet sein, dass man nicht durch eine filmische Darstellung eines Massakers in einer Schule Nachahmungstätern als Vorbild dienen wollte.
Anmerkungen
Einige Anmerkungen zum Songtext:
his father's nine - gemeint ist hier eine 9mm Pistole
Mann's Chinese Theater ist ein Theater in Hollywood, Los Angeles, das erst seit 1973 so heißt. Als Grauman's Chinese Theater war es ab 1927 Ort vieler Filmpremieren und Galas. Berühmt ist es wegen seines Vorhofs, in dem viele Hollywoodstars ihre Hand- und Fußabdrücke verewigt haben. Für mehr Informationen: Grauman's Chinese Theatre
Sixers - die Sixers sind die Philadelphia Seventy-sixers, ein Basketballteam.
Kobe - Kobe Bryant ist ein Basketballspieler bei den L.A. Lakers.

Ein anderer Song, der sich mit dieser Thematik befasst, ist I don't like Mondays von den Boomtown Rats.
Kelly Rowland
Kelly Rowland war Teil der texanischen Band "Destiny's Child", die zuerst als Quartett und ab 2000 als Trio in der Musikszene erfolgreich war.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/stole.html
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

32

10.01.2009, 10:08

"Stevie Wonder": "Happy Birthday"

Jahr: 1980
Als der amerikanische Präsident Ronald Reagan im Jahr 1983 einen Gesetzentwurf unterzeichnete, der den jeweils dritten Montag im Januar zum nationalen Gedenktag für Dr. Martin Luther King erklärte, war die amerikanische Bürgerrechtsbewegung am Ende eines langen Kampfes angekommen. 15 lange Jahre hatten die Schwarzen um diese Anerkennung gerungen, hatten mit allen Mitteln versucht, sie gesellschaftlich und politisch durchzusetzen.
Seinen Teil zu diesem Kampf hatte auch Stevie Wonder beigetragen, der auf der LP "Hotter than July" den Song "Happy Birthday" veröffentlicht hatte, in dem er vehement diesen Gedenktag einforderte. Im Liedtext sagt er: "Ich habe noch nie verstanden, wie ein Mann, der für das Gute starb, nicht einen Tag bekommen kann, der für seine Wertschätzung und Erinnerung reserviert ist." Stevie Wonder fordert, dass an diesem Tag gleichzeitig auch der Weltfrieden gefeiert werden soll.
Dr. Martin Luther King stand wie kein anderer für friedlichen Protest und starb trotzdem gewaltsam. Er hatte seit Ende der 50er Jahre stetig und konsequent für die Rechte der Schwarzen vor allem in den damals noch rassistischen Südstaaten der USA gekämpft. Höhepunkt dieser friedlichen Proteste war der Marsch auf Washington im Jahr 1963 mit der beühmten Rede vor dem Lincoln Memorial, die in den Sätzen "I have a dream" gipfelte, in denen er eine friedliche, freundschaftliche und gleichberechtigte Koexistenz von Schwarzen und Weißen in den USA beschwor.

Als Dr. Martin Luther King am 4. April 1968 auf dem Balkon eines Motels in Memphis von einem Schuss tödlich getroffen wurde, war die Welt geschockt. Das FBI nahm Wochen später den mutmaßlichen Attentäter auf dem Londoner Flughafen fest, doch dieser James Earl Ray war höchstwahrscheinlich nicht mehr als ein Sündenbock. Es gibt zu viele Unklarheiten, was den Ablauf des Verbrechens angeht, zu viele Versuche des FBI, nicht genau zu recherchieren. Es fällt nicht schwer zu glauben, dass der amerikanischen Geheimpolizei dieser unbequeme, die Massen bewegende Mann zu gefährlich, zu einflussreich geworden war. James Earl Ray kann zur Aufklärung des Verbrechens nichts mehr beitragen, er starb 1998 in der Haft. Auch das FBI gibt sich bis heute keine Mühe: die Akten zum Fall sind bis 2029 weggeschlossen und nicht einsehbar.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/birthday.html
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

33

10.01.2009, 10:13

“The Band”: “The Night They Drove Old Dixie Down”

Jahr: 1970
Cover unter anderem: Joan Baez
Jahr: 1973

The Band waren schon eine etwas seltsame Erscheinung. Vor der Kulisse der Appalachian Mountains, mit ihren langen Bärten, den altmodischen Klamotten und Hüten, sahen sie aus, "als seien sie einem verblichenen Foto aus der Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs entsprungen." Nicht nur ihr Aussehen erinnerte daran, auch "ihre Lieder waren überwiegend sehnsüchtige Erinnerungen an die Zeit Abraham Lincolns, als noch Raddampfer auf dem Mississippi schaukelten, und Vaudeville-Truppen mit Heiligen und Sündern, Verlierern und Gewinnern durch die Südstaaten zogen."
Diese Rückwärtsgewandtheit setzten sie auch in ihrer Musik um, spielten ohne modische elektronische Gimmicks, und benutzten traditionelle, akustische Instrumente. Sie versuchten, einen bewussten Gegenpol zu der Musik der Hippies zu setzen und in ihren Songs in Amerika verwurzelte Geschichten zu erzählen.
In die amerikanische Vergangenheit und zu den Ereignissen des Amerikanischen Bürgerkriegs führt auch der wohl bekannteste Song von The Band, "The night they drove Old Dixie down". Um die Referenzen des Liedtextes zu verstehen, sind einige Geschichtskenntnisse notwendig. Also, hier zuerst eine Art Crashkurs in Sachen "Civil War".
Der Amerikanische Bürgerkrieg
Zwischen 1861 und 1865 bekämpften sich in den USA die Nordstaaten und die Südstaaten in einem erbittert geführten Bürgerkrieg. Auslöser war die Sklavenfrage. Der Norden unter dem Präsidenten Abraham Lincoln befürwortete die Abschaffung der bis dahin hauptsächlich im Süden praktizierten Haltung von Schwarzen als Arbeitssklaven. Die Südstaaten, die wirtschaftlich davon abhängig waren, dass die Sklaven auf den großen Plantagen schufteten, waren gegen die Abschaffung. Im daraus folgenden Bürgerkrieg gewann schließlich der industrielle Norden die Oberhand gegen die an Material unterlegenen, aber dafür umso leidenschaftlicher kämpfenden Südstaaten, die sogenannte Konföderation (Confederacy).

Der Songtext
"Dixie" oder "Dixieland" ist eine volkstümliche Bezeichnung für die amerikanischen Südstaaten, deren Ursprung zweifelhaft ist. Am glaubwürdigsten ist die Erklärung, die den Namen von den im Süden gebräuchlichen, auf der Rückseite mit französisch "dix" bezeichneten Zehn-Dollar-Banknoten herleitet.
Der Song wird aus der Perspektive des Ich-Erzählers Virgil Caine geschildert, der die Ereignisse des amerikanischen Bürgerkriegs aus der Sicht eines nicht in die Kämpfe verwickelten Bewohners des Süden beobachtet und den Verlust des "alten Südens" mit Wehmut und Bitterkeit erlebt. Er verliert seinen Job bei der Eisenbahn, da die Schienen zerstört werden, verliert seinen Bruder, der durch einen Yankee, einen Angehörigen der Nordstaaten, getötet wird, und sieht den Fall der Stadt Richmond, Virginia, 1865, die das Ende des Kriegs besiegelt, und von den kapitulierenden Truppen niedergebrannt wird.
Die im Text erwähnten Personen sind Robert E. Lee, ein gefeierter General der Südstaatenarmee, George Stoneman ein General der Gegenseite, der Armee der Nordstaaten. Der Danville Train bezieht sich auf die von der Stadt Richmond zur südöstlich davon gelegenen Stadt Danville verlaufenden Bahnlinie.

Andere Versionen
Sehr bekannt wurde der Titel durch die 1971 veröffentlichte Coverversion der amerikanischen Folklegende Joan Baez. Dem Erfolg dieser Version tat keinen Abbruch, dass der Liedtext eigentlich aus der Perspektive eines Mannes erzählt wird.
Schon 1972 gelang Juliane Werding mit einer deutschen Coverversion von "The night they drove Old Dixie down" der Durchbruch. Der deutsche Liedtext mit dem Titel "Am Tag als Connie Kramer starb" hat mit dem Original nichts mehr zu tun. Es ist vielmehr ein Anti-Drogen-Song, der aus heutiger Sicht allzu pathetisch und weinerlich daherkommt.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/dixie.html
»raptor230961« hat folgende Datei angehängt:
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

34

10.01.2009, 10:24

"Suzanne Vega": "Tom's Diner"

Jahr: 1987
Cover: Suzanne Vega & DNA
Jahr: 1990
A-Capella-Chorgesang, der Chorgesang ohne Begleitung von Instrumenten, hat eine lange Tradition bis weit zurück in die Zeit der Renaissance. Über die amerikanischen Barbershop Quartets hat diese Form der Vokalmusik Eingang auch in die heutige populäre Musik gefunden. Im Jazz hat der A-Cappella-Chorgesang eine feste Basis, aber auch in der Popmusik haben vereinzelt A-Cappella-Formationen Erfolg gehabt. Die Flying Pickets, die mit "Only You" bekannt wurden, sind eine davon.
Viel seltener als der unbegleitete Chorgesang ist in der Popmusik aber der A-Cappella-Sologesang. Denn hier ist der Sänger oder die Sängerin völlig auf sich selbst gestellt und muss bei der Gestaltung des Songs auf wichtige Komponenten wie die harmonische und rhythmische Begleitung verzichten. Das sind auch schon die zwei Gründe, warum es nur so wenige A-Cappella-Songs gibt. Der Rhythmus, oder der Groove, gehört zu den grundlegenden Merkmalen eines Pop- oder Rocksongs und wird deswegen nur selten weggelassen. Auf der anderen Seite schaffen es nur wenige wie die charismatische Sängerin Janis Joplin, einen A-Cappella-Song so ausdrucksvoll zu gestalten, dass er auch für sich alleine trägt. Janis Joplins Song "Mercedes Benz" ist wohl das bekannteste Beispiel für einen gelungenen und ausdrucksstarken A-Cappella-Song.
Auch Suzanne Vega hat mit "Tom's Diner" einen unbegleiteten Song in ihrem Programm. Anders als das leidenschaftliche, vom Blues inspirierte "Mercedes Benz" handelt es sich bei "Tom's Diner" aber eher um ein etwas lapidares, wenngleich doch reizvolles Liedchen. Das Ganze klingt wie eine vor sich hingesungene Improvisation, sowohl textlich als auch musikalisch. Suzanne Vega singt fast beiläufig, wie wenn man sie nur zufällig beim Vorsichhinsingen aufgenommen hätte. Das verleiht "Tom's Diner" einen ganz eigenen Charme. Dazu passt die einfache, hauptsächlich im Quintraum kreisende Melodie und der Liedtext, der von alltäglich-banalen Beobachtungen beim Frühstück und Zeitunglesen in Tom's Diner, einem Restaurant in New York, berichtet.
In einem auf Suzanne Vegas Website veröffentlichten Artikel hat sich Autor David Hammar die Mühe gemacht, die von Suzanne Vega im Liedtext geschilderte Zeitung, sehr wahrscheinlich die New York Times, datumstechnisch zu bestimmen. Sie singt von einem Schauspieler, der betrunken zu Tode gekommen war, und dessen Name ihr nichts sagt ("I open up the paper, there's a story of an actor who had died while he was drinking, it was no one I had heard of"). Bei dem Schauspieler handelte es sich um William Holden (Die Brücke Am Kwai, Der Letzte Befehl…), der in seiner Wohnung in Santa Monica in Kalifornien an den Folgen einer Verletzung gestorben war, die er sich bei einem Sturz mit dem Kopf an die Tischkante zugezogen hatte. Man hatte ihn am 16. November 1981 gefunden. Von seinem Tod berichteten die Zeitungen dann zwei Tage später. Er war als Schauspieler berühmt, hatte aber 1981 den Zenit seiner Karriere schon überschritten.
Zum Zeitpunkt dieser Ereignisse war Suzanne Vega mit 22 Jahren noch sehr jung, was sicher auch erklärt, warum sie William Holden nicht kannte. Ihre erste Platte mit dem Titel "Suzanne Vega" brachte sie erst vier Jahre später, 1985 heraus. 1987 dann verwendete sie ihre alten Aufzeichnungen, die sie 1981 in Tom's Diner gemacht hatte, und veröffentlichte den Song "Tom's Diner" auf der LP "Soiltude Standing". So richtig bekannt wurde "Tom's Diner" allerdings erst, als DNA auf den Plan traten. Das war 1990, also drei Jahre nach dem Erscheinen des Songs.
Die Geschichte dieses Remixes wurde schon oft erzählt. Zwei auch heute noch anonyme englische DJs legten unter Suzanne Vegas Singstimme kurzerhand einen aktuellen Dancebeat und verteilten den Remix auf lokaler Basis. Durch den Einsatz in Diskotheken wurde der Remix bald bekannt und erregte somit auch die Aufmerksamkeit von Vegas Plattenfirma. Da von DNA nicht um eine Genehmigung angefragt worden war, wurde somit ein klarer Bruch des Urheberrechts begangen. Die Plattenfirma strengte nun aber erstaunlicherweise nicht etwa ein Verfahren gegen die DJs an, sondern sah die Möglichkeiten dieses Remixes und brachte das Werk selbst heraus. Mit großem Erfolg.


Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/tomsdiner.html
http://www.bridgeandtunnelclub.com/bigma…ation/index.htm
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

35

10.01.2009, 10:28

“Peter, Paul & Mary”: “Puff, The Magic Dragon”

Jahr: 1962
„Puff, the Magic Dragon“ ist ein von Leonard Lipton und Peter Yarrow geschriebenes Lied, das durch eine Aufnahme von Peter, Paul & Mary aus dem Jahr 1962 große Bekanntheit erlangte. Seine Popularität verschaffte dem Lied sogar den Eingang in die amerikanische und britische Popkultur.

Als Grundlage für den Liedtext diente ein Gedicht, welches der damalige Student der Cornell University Leonard Lipton 1959 im Alter von 19 Jahren schrieb. Dieser wurde von Ogden Nash' Gedicht „Custard the Dragon“ inspiriert, in dem von einem „Really-O, Truly-O, little pet dragon“ (zu dt. etwa: wirklicher, wahrhaftiger kleiner Schoßdrachen) die Rede war. Lipton gab sein fertiges Werk seinem Freund Peter Yarrow, ebenfalls Cornell-Student, der weitere Textzeilen sowie eine Melodie hinzufügte und das Gedicht somit zu einem Lied aufbereitete.

1961 schloss sich Yarrow gemeinsam mit Paul Stookey und Mary Travers zur Folkband Peter, Paul & Mary zusammen. Die Gruppe spielte das Lied zunächst nur bei ihren Live-Auftritten bevor sie es 1962 schließlich auch auf Schallplatte aufnahm.

Inhalt:
Puff, the Magic Dragon ist die Geschichte von dem ewig jungen Drachen Puff und seinem Spielkameraden Jackie Paper, einem kleinen Jungen, der immer mehr heranwächst und das Interesse an den ausgedachten Abenteuern seiner Kindheit verliert.

Weiteres:
Da viele Leute glaubten, das Lied beziehe sich auf das Rauchen von Marijuana (ein derartiges Gerücht taucht auch im Film „Meine Braut, ihr Vater und ich“ auf), wurde es zu einer Hippie-Hymne. Die Verfasser des Liedes haben mehrfach jeglichen Bezug zu Drogen abgestritten. Bei Auftritten beteuerten sie oftmals ihre Unschuld, indem sie Puff, the Magic Dragon mit anderen Liedern wie „The Star-Spangled Banner“ verglichen, das ebenfalls als Drogenlied ausgelegt werden könnte, wenn die Zuhörer eine entsprechende Absicht dazu hätten.

Der Ausdruck „Puff the Magic Dragon“ oder auch bezeichnet in der Militärsprache auch die Gunships AC-47 (Dakota oder „Spooky“) und AC-130 „Hercules“ , die im Vietnamkrieg eingesetzt wurden. Die Flugzeuge werden so genannt, da ihre Gatling-Kanonen rote Leuchtspurmunition abfeuerten, wodurch der Eindruck des Feuerspeiens erweckt wurde.

Internationale Fassungen
Marlene Dietrich sang die erste deutsche Version (1963, Text: Fred Oldörp) des Liedes: „Paff, der Zauberdrachen“. Diese wurde auch bei der deutschen Fassung der oben erwähnten Fernsehserie verwandt. Nicht nur die englische Variante des Songs wurde im Laufe der Zeit mehrmals gecovert, sondern auch die deutsche, zum Beispiel jüngst von Rosenstolz (2001).
Es existiert sogar eine plattdeutsche Version – getextet und gesungen von Knut Kiesewetter sowie Fiede Kay – namens: „Drees, de Wunnerdraken“. Auch auf der Kinderliedschallplatte des Sängers Roger Whittaker ist das Lied enthalten (The Magical World of Roger Whittaker, 1975, MFP 50188 ).

Quelle: Wikipedia
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

36

10.01.2009, 10:29

“Phil Collins”: “A Groovy Kind Of Love“

Original: Wayne Fontana and the Mindbenders
Jahr: 1965
Cover: Phil Collins
Jahr: 1988
Als Phil Collins im Jahr 1988 die Popballade "A groovy kind of love" herausbrachte, wurde sie einer seiner größten kommerziellen Erfolge. Sie ist Teil des Soundtracks zu dem Film "Buster", bei dem das Multitalent Collins auch selbst die Titelrolle, einen Posträuber, spielte. Auch wenn den Titel noch viele im Ohr haben dürften, ist doch weniger bekannt, dass er eine Geschichte hat, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht.
Doch zuerst geht die Zeitreise in die 60er Jahre. Phil Collins' Version ist ein Cover der britischen Band Wayne Fontana and the Mindbenders. Diese aus Manchester stammende Gruppe wurde mit der damaligen Begeisterung für den nordenglischen Beat für eine kurze Zeit in die Hitparaden gespült. Sie konnte sich allerdings nicht lange halten und dürfte heute nur noch Insidern bekannt sein. Doch auch diese nur knapp zwei Minuten lange Version ist nicht das Original.
Das Original ist ein Rondo von Muzio Clementi (1752-1832), einem in Wien lebenden italienischen Komponisten, der heute hauptsächlich Klavierschülern aufgrund seiner Etüden geläufig sein dürfte. Im Wien seiner Zeit war er allerdings ein bekannter und angesehener Komponist, der über einhundert Klaviersonaten schrieb und im Jahre 1781 laut zeitgenössischen Quellen ein Klavierwettspielen mit Mozart ehrenvoll bestanden haben soll.
Für die Popversion wurde allerdings nur der erste Teil des Clementischen Rondos bis Takt 8 verwendet und im Tempo extrem verlangsamt. Außerdem wurden die ersten beiden Takte im Popsong an den achten Takt angehängt, um eine Refrainwirkung zu erhalten. Für Phil Collins' Version wurde die Harmonisierung durch liegenbleibende Basstöne dezent modernisiert.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/groovy.html
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

37

10.01.2009, 10:30

„Udo Lindenberg“: „Sonderzug Nach Pankow“

Jahr: 1983
Tief im Osten und tief in den Achtzigern existierte noch der real-existierende Sozialismus. Einige verknöcherte alte Bonzen klammerten sich in der Deutschen Demokratischen Republik mit aller Macht und mit Hilfe einer perfekten Spitzelorganisation - genannt Staatssicherheitsdienst - an ihre Posten. Vielleicht ahnten sie 1983 schon, dass ihre Zeit ablaufen würde. Hätten sie sich sonst vom Deutschrocker Udo Lindenberg so bereitwillig durch den Kakao ziehen lassen?
Der wollte nämlich Anfang 1983 einige Konzerte in der damaligen DDR geben, was ihm aber von deren Führung verboten wurde. Die war damals immer noch ängstlich darauf bedacht, so wenig westliche Einflüsse wie möglich ins Land zu lassen, um keine weiteren Begehrlichkeiten in der eigenen Bevölkerung zu schüren. Die lebte nämlich in äußerst bescheidenen Lebensumständen, was man von der Führungsspitze nicht behaupten konnte.
Die hatte es sich in Berlin-Pankow gemütlich gemacht, einem grünen Stadtbezirk im Norden Berlins, in dem die Privilegierten des Staates wohnten und der seit den 60ern zum Synonym für das Regime der DDR geworden war.
Darauf spielt Udo Lindenberg in seinem Lied "Sonderzug nach Pankow" an, mit dem er auf die Konzertabsage reagiert. Er bittet darum, doch in der DDR ein Konzert geben zu dürfen und nimmt dabei vor allem den Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker derart auf die Schippe ("Oberindianer", "Honey", "sturer Schrat"), dass der Song in kurzer Zeit in aller Munde ist und sich alle köstlich amüsieren. Vor allem die Unterstellung, dass "Honey" Honecker, genauso wie seine Bürger heimlich - aufm Klo, und mit Lederjacke - Westradio hört, was offiziell ja verboten ist, ist natürlich höchst ironisch, aber auch provokant.
Trotzdem, oder gerade deswegen: der Song zeigt Wirkung. Noch im gleichen Jahr, am 25. Oktober 1983, darf Udo Lindenberg im Rahmen eines Konzerts unter dem Titel "Rock für den Frieden" im Palast der Republik auftreten. Die Frechheit hat gesiegt.
Musikalisch basiert der Song im Übrigen auf Harry Warrens Swing-Klassiker "Chatanooga Choo Choo" aus dem Jahr 1941, der vor allem in der Version von Glenn Miller weltberühmt geworden ist.
Der gesprochene russische Text am Ende der Aufnahme, "Towarischtsch Erich! Meshdu protschim, werchownij sowjet ne imejet nitschewo protiw gastrolej Gospodina Lindenberga w GDR!" bedeutet auf deutsch: "Genosse Erich, im Übrigen hat der Oberste Sowjet nichts gegen ein Gastspiel von Herrn Lindenberg in der DDR". Die Stimme soll einen der sowjetischen Führer darstellen, die ja bekanntlich die DDR-Führung gelenkt haben.
Am 3. Oktober 2003, also zwanzig Jahre nach diesen Ereignissen, feierte der Sonderzug nach Pankow sozusagen eine Wiederauferstehung. Das heißt, eigentlich gab es ihn zum ersten Male wirklich. 13 Waggons, die von Udo Lindenberg selbst künstlerisch gestaltet wurden, fuhren aus Anlass der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit von Berlin nach Magdeburg. Sie sollten symbolisch die auch 13 Jahre nach der Wiedervereinigung vorhandenen Mauern in den Köpfen der Menschen in Ost und West einreißen.
Nachtrag: Natürlich geriet Udo Lindenberg durch seine gezielten Provokationen und durch den Auftritt in der DDR ins Visier der Staatssicherheit. Der eigens von der Stasi auf ihn angesetzte Clement de Wroblewsky, alias IM "Ernst" sammelte fleißig Material. Es existieren insgesamt circa 100 Seiten, die Udo Lindenberg jetzt zu lesen bekam.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/sonderzug.html
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

38

10.01.2009, 10:31

“Mike Oldfield”: “Moonlight Shadow“

Jahr: 1983
Cover: Groove Coverage
Jahr: 2002
Als Mike Oldfield am Nachmittag des 8. Dezember 1980 in New York aus dem Flugzeug steigt, ahnt er noch nicht, dass dies ein Abend werden sollte, der Entsetzen in der Welt auslösen würde. Oldfield quartiert sich im Virgin Records House in der Perry Street ein, nur wenige Blocks entfernt vom Dakota Building.
Am selben Abend, gegen 23:45 Uhr treffen John Lennon und seine Frau Yoko Ono vor dem Dakota Building, wo sie wohnen, ein. Sie hatten den Tag im Aufnahmestudio verbracht. Als ein Mann auf John zutritt, der schon am Vormittag ein Autogramm von Lennon geholt hat, ahnen weder John noch Yoko, dass es sich nicht um einen normalen Fan handelt. Der offenbar geistig verwirrte Mark Chapman feuert mehrere Schüsse auf John Lennon ab, der noch auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt.
In den darauffolgenden Jahren wurden Textzeilen aus "Moonlight Shadow", wie "all she saw was a silhouette of a gun" oder "he was shot six times by a man on the run" immer wieder mit der Ermordung Lennons in Verbindung gebracht.
In einem Interview aus dem Jahre 1995, das von Gareth Randall geführt wurde, bestätigt Mike Oldfield den Einfluss von Lennons Tod auf den Song "Moonlight Shadow", weist aber darauf hin, dass der Einfluss eher unterbewusst geschehen sei. Hauptinspirationsquelle war demnach der Film "Houndini", bei dem es um die Kontaktaufnahme mit dem vestorbenen Houndini geht.
"I was staying at the Virgin Records House in Perry Street, which was just a few blocks down the road from the Dakota Building where it happened, so it probably sank into my subconscious. It was originally inspired by a film I loved - 'Houdini', starring Tony Curtis, which was about attempts to contact Houdini after he'd died, through spiritualism... it was originally a song influenced by that, but a lot of other things must have crept in there without me realising it."
Mike Oldfield, der sich mehr als Instrumentalist als als Sänger fühlt, engagierte für "Moonlight Shadow" Maggie Reilly als Sängerin. Der Song war der Auftakt zu einigen Hits, die Oldfield Anfang der Achtziger schrieb und mit verschiedenen Gastsängerinnen produzierte.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/moonlightshadow.html
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

39

10.01.2009, 10:32

„Hotlegs“: „Neanderthal Man“

Jahr 1970
Die Hotlegs waren eine kurzlebige Studio-Band aus Großbritannien, die mit ihrem Song "Neanderthal Man" einen Millionenseller (1970 UK Platz 2, D Platz 4) schufen und weltbekannt wurden.

Angeblich wurde der Song nur aufgenommen, um das Equipment in dem von Eric Stewart und Graham Gouldman neu erworbenen "Strawberry Studio" zu testen. Sämtliche Musiker hatten vorher bereits in anderen Formationen gespielt und wurden nach Beendigung des "Hotleg-Testes" als 10CC bekannt und berühmt.

"Neanderthal Man" stammte aus der Feder von Stewart, Lol Creme und Kevin Godley, die ihn schufen, als sie in dem neuen Studio an den Instrumenten klimperten. Dabei entstand angeblich eher zufällig der Refrain "I'm a Neanderthal Man - you're a Neanderthal girl - let's make Neanderthal love - in this Neanderthal world". Ein Mitarbeiter von Philips Records hörte zufällig mit und bot 500 Pfund Sterling als Vorschuss an, um es als Platte zu veröffentlichen. Der Song wurde weltweit über zwei Millionen Mal verkauft.

Danach veröffentlichten die Hotlegs noch zwei weitere Singles und eine LP mit dem Titel "Thinks: School Stinks", hatten aber keine weiteren Erfolge.


Erklärung Neandertaler:
Der Neandertaler (Homo neanderthalensis) ist ein ausgestorbener Verwandter des heutigen Menschen. Die Neandertaler lebten im Mittelpaläolithikum in der Zeit von ca. 160.000 bis mindestens vor 30.000 v.Chr. Der Fundort gab dem Vormenschen den Namen: Mitte August 1856 entdeckten italienische Steinbrucharbeiter in einem heute dem Kalkabbau zum Opfer gefallenen Abschnittes des Neandertales in der Nähe von Düsseldorf 16 Knochenfragmente. Sie wurden zunächst achtlos zum Abfall geworfen. Erst als der Schädel gefunden wurde, holte man auch die Knochen wieder hervor. Knochen und Schädel wurden von dem Mitbesitzer des Steinbruchs Wilhelm Beckershoff an Johann Carl Fuhlrott zur näheren Untersuchung gegeben.

Quelle: Wikipedia
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

40

10.01.2009, 10:34

“Carl Douglas“: “Kung Fu Fighting“

Jahr: 1974
Carl Douglas (* 1942) ist ein jamaikanischer Sänger, der seinen größten Hit "Kung Fu Fighting" 1974 hatte. Das Lied erreichte Platz 1 sowohl in Deutschland und Österreich als auch in den USA und Großbritannien, Platz 2 in der Schweiz.

In Deutschland vor allem bekannt geworden durch die TV-Serie „Kung Fu“. Während in den USA am Beginn und Ende die Titelmelodie gespielt wurde entschied man sich in Deutschland für den Nachspann für das Lied „Kung Fu Fighting“ von Carl Douglas .

Die Fernsehserie Kung Fu (1972-1975) handelt von den Erlebnissen des halb-chinesischen Shaolin-Mönches namens Kwai Chang Caine, der mit seiner Flöte auf der Suche nach seinem Halbbruder allein den Wilden Westen durchstreift.

Zahlreiche bekannte Schauspieler spielten Gastrollen in diversen Folgen der Serie – so z.B. Harrison Ford, Leslie Nielsen, William Shatner, Jodie Foster, Barbara Hershey, Patricia Neal, Lew Ayres, Rhonda Fleming und Eddie Albert

Obwohl die in der Serie gezeigte Kampfkunst kaum als herausragend bezeichnet werden kann, so trug die Serie doch zur Popularität der chinesischen Kampfkünste und zur fälschlichen Verwendung des Begriffes Kung Fu im Westen bei. Eine Anekdote der Serie lautet, daß der Shaolin-Tempel in der Serie aus Kostengründen aus dem Set des Films „Camelot“ (1967) stammt – einem Ritterfilm über König Arthur.

Die Serie war der Grund, warum Bruce Lee von den USA nach Hong Kong zurückkehrte:
Als armer Einwander wurde er vom Tellerwäscher zum Studenten und zum Lehrer für diverse Kampfstile. Er eröffnete diverse Schulen für seinen eigenen Kampfstil, den „Jeet Kune Do“ und lernte bei Wettkämpfen für seine Karriere wichtige Leute kennen – wie Chuck Norris, Mike Stone, Joe Lewis, Larry Hartsell, Fumio Demura, Jhoon Rhee, Mohammed Ali, Bob Wall und Ed Parker. Da er schon immer mit Hollywood liebäugelte nahm er die Rolle in der TV-Serie „The Green Hornet“ an. Jedoch die Serie floppte – und die Angebote aus Hollywood blieben aus. So begann er die Geschichte des „Kwai Chang Caine“ mitzuentwickeln. Als jedoch überraschend anstatt Bruce Lee der Schauspieler „David Carradine“ genommen wurde kehrte Bruce Lee enttäuscht nach Hong Kong zurück. Hier wußte man seinen Stil eher zu schätzen – eine beispiellose Karriere begann.

Quelle: Wikipedia
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

41

10.01.2009, 10:37

"Steven Cravis": "Children Of Beslan"

Die Geiselnahme von Beslan (auch Massaker von Beslan) war ein Terrorakt tschetschenischer Kämpfer, die am 1. September 2004 mehr als 1200 Schulkinder und Erwachsene in Beslan im russischen Nordossetien in ihre Gewalt brachten. Im Gefolge der Geiselnahme kam es zu mindestens 396 Toten.


Verlauf:
Am 1. September 2004 stürmte eine Gruppe von mindestens 33 schwer bewaffneten Personen um 9:30 Uhr Ortszeit die Mittelschule Nr. 1, in der Schüler im Alter von sieben bis achtzehn Jahren unterrichtet wurden. Unbestätigten Berichten zufolge hielten sich zu diesem Zeitpunkt ungefähr 1.500 Menschen in dem Gebäude auf. Der 1. September ist in ganz Russland Schulbeginn, an dem die Erstklässler in Anwesenheit der Eltern und zukünftigen Mitschüler feierlich begrüßt werden. Oft kommen ganze Familien, um der Zeremonie beizuwohnen.
Die Angreifer waren teilweise maskiert und schwer bewaffnet, einige waren mit Sprengstoffgürteln für Selbstmordattentate ausgerüstet, darunter auch 2 (offizielle Version) oder 4 (laut Zeugenaussagen) Frauen (so genannte Smertnizy - Schwarze Witwen). Nach einem Schusswechsel mit der Polizei besetzten die Angreifer das Schulgebäude und nahmen hunderte Geiseln, darunter viele Kinder in ihre Gewalt. Mindestens fünf Menschen sollen beim ersten Angriff ums Leben gekommen sein; aus dem Schulgebäude drangen wiederholt Schüsse.
Die Angreifer sperrten die Geiseln in eine Turnhalle und verminten sämtliche Eingänge und Räume in der Schule. Um eine Erstürmung des Gebäudes zu verhindern, drohten sie mit der Tötung von fünfzig Geiseln für jeden von der Polizei getöteten Entführer, sowie von zwanzig Geiseln für jeden verletzten. Etwa fünfzig Menschen gelang die Flucht ins Freie im anfänglichen Durcheinander.
Die Schule wurde von russischer Polizei, Armee und OMON-Spezialeinheiten umstellt; das Gelände wurde allerdings nicht sachgemäss abgeriegelt, so dass viele Anwohner von Beslan Zugang zum Schulgebäude hatten. Die russische Regierung kündigte zunächst an, zum Schutz der Geiseln auf Gewalt zu verzichten und mit den Geiselnehmern zu verhandeln.
Es kam zu einer einzigen Unterredung mit dem Präsidenten von Nord-Ossetien, welchem gelungen war, Kleinkinder im Babyalter zu befreien.

Die Geiselnehmer lehnten die Lieferung von Nahrungsmitteln und Wasser ab, obwohl sich unter den Geiseln auch Kleinkinder befanden. Der Durst der Gefangenen und die Hitze waren so stark, dass diese teilweise ihren Urin tranken und sich bis auf die Unterwäsche auszogen. Der Schulleiter, der an Diabetes litt, starb, weil ihm die nötige Versorgung mit Insulin verweigert wurde.
Auf Antrag Russlands fand am Abend des 1. September eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrates statt, der die sofortige und unbedingte Freilassung aller Geiseln des Terrorüberfalls forderte; US-Präsident George W. Bush bot Russland "Unterstützung in jeder möglichen Form" an.
Am Donnerstag, 2. September, 15:30 Uhr Ortszeit - dreißig Stunden nach dem Überfall -, waren zwei schwere Explosionen im Schulbereich zu hören und dunkler Rauch zu sehen. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar, nach Angaben eines Korrespondenten der russischen Fernsehstation NTW klang es jedoch wie ein Granatwerfer, der möglicherweise von der Schule aus auf die blockierenden Truppen abgefeuert worden war. 26 Geiseln, einige Mütter mit ihren Kindern, wurden freigelassen.
Am Freitag, 3. September, einigten sich die Geiselnehmer und die russischen Einheiten auf den Abtransport von Leichen. Während des Abtransports kam es auf ungeklärte Weise zu einer starken Explosion. Als eine Gruppe von Geiseln die Flucht aus dem Gebäude ergriff, begannen die Terroristen auf sie zu schießen; so offizielle Version des Geschehens; es wurden jedoch der Öffentlichkeit nur entstellte Leichen präsentiert, was auf Abstürzen des Daches im Sportsaal deuten würde. Die Lage wurde unüberschaubar und es kam von ungefähr 12:30 Uhr Ortszeit an zu stundenlangen Feuergefechten, in deren Verlauf russische ALFA-Einheiten das Schulgebäude stürmten. Es kam zu Geschossen von Panzern auf das Schulgebäude seitens russischer Militärs. Erst nach mehreren Stunden konnten sie es vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Wie später bekannt wurde, waren sich die Sondereinheiten nicht einig, wer die oberste Befehlsgewalt bei der angeblich spontanen Erstürmung innehaben sollte.
Im Verlauf der Kämpfe stürzte die Decke im Sportsaal der Schule ein, was vielen Menschen das Leben kostete. Offiziellen Angaben zufolge wurde die Decke von den Terroristen gesprengt, anderen Angaben zufolge wurde der Einsturz durch unangemessenen Einsatz militärischer Mittel von den russischen Spezialkräften herbeigeführt. Für die zweite Version des Geschehens spricht die Tatsache, dass mehrere Geiseln, welche sich im Sportsaal befunden hatten, die an der Decke angebrachten Bomben dicht über ihrem Kopf hatten; sollten diese Explosion hervorgerufen haben, wären diese nicht am Leben geblieben.
Während der offenbar planlosen Erstürmung wurden nach offiziellen Angaben 704 Menschen verletzt, darunter mehr als 200 Kinder. Insgesamt gab es 331 Tote. Allein im Leichenschauhaus von Wladikawkas wurden jedoch 394 Tote gezählt. Hilfsorganisationen sprachen zwischenzeitlich von mindestens 900 Toten. 27 Geiselnehmer wurden getötet (darunter zwei Frauen), ein Geiselnehmer (Nurpaschi Kulajew) wurde lebend festgenommen. 2 weitere wurden von Militärs bei der Festnahme getötet; einem davon schnitt ein russischer Soldat den Kopf ab, weil dieser angeblich den Kindern in den Rücken geschossen haben soll. Nurpaschi Kulajew wurde im Mai 2006 zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Augenzeugenberichten soll mehreren Geiselnehmern die Flucht geglückt sein, was die russischen Medien und die zu diesem Zweck einberufene Kommission vehement verneinten. Erst Ende 2006 gab russische Seite zu, mindestens einen weiteren Terroristen, welcher die Geiselnahme von Beslan überlebt hatte, auf die Fahndungsliste gesetzt zu haben.
Die Geiselnehmer waren gut ausgerüstet und hatten möglicherweise Helfer außerhalb der Schule. Sie hatten als Bauarbeiter getarnt bei der zuvor stattgefundenen Schulrenovierung bereits umfangreiche Waffenlager unter den Dielen einiger Schulräume angelegt. Beobachter verweisen hier auch auf Korruption bei örtlichen Amtsträgern, ohne die eine solche Aktion insgesamt kaum durchführbar wäre.

Nach der Selbstbekenntnis der tschetschenischer Seite kam es zu der Geiselnahme von Beslan durch eine missglückte Operation des russischen Geheimdienstes, welcher Terroristen in eine Falle in Nordossetien locken wollte. Russische Militärs öffneten der militanten Gruppe zu diesem Zweck einen Korridor; die Geiselnehmer durchkreuzten jedoch die Pläne von FSB, indem sie gut ausgerüstet für den Aufmarsch an einem anderen Ort nämlich in Beslan zugeschlagen hatten. Diese Version steht jedoch im Widerspruch zu der offiziellen Version von Russland; ist jedoch sehr wahrscheinlich, denkt man an die Bemühungen russischer Seite, Bassajew zu beseitigen.

Quelle: Wikipedia
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

42

10.01.2009, 10:39

“The Byrds”: “Turn! Turn! Turn! (To Everything There Is a Season)”

Jahr: 1965
Turn! Turn! Turn! (To Everything There Is a Season) ist ein Lied von Pete Seeger aus dem Jahr 1950. Erstmals veröffentlicht wurde es 1962 auf einem Album bei Columbia Records.

Die wohl bekanntesten Interpreten dieses Liedes sind die Byrds, die damit 11 Wochen in den englischen Top 40 Platz 1 belegten, und auch ihr zweites Album nach dem Song benannten. Der Text ist eine Adaption des alttestamentlichen Bibeltextes aus dem Buch Kohelet (Kapitel 3, Verse 1-8 ). Vermutlich verwendete Seeger die sogenannte King James Bibel. Teile der deutschen Übertragung dieser Zeilen hat die (ost-)deutsche Band "Puhdys" auch in dem Lied "Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt" gesungen.

Textfassung des Liedes:
To everything - turn, turn, turn
There is a season - turn, turn, turn
And a time to every purpose under heaven
A time to be born, a time to die
A time to plant, a time to reap
A time to kill, a time to heal
A time to laugh, a time to weep
Refrain
A time to build up, a time to break down
A time to dance, a time to mourn
A time to cast away stones
A time to gather stones together
Refrain
A time of love, a time of hate
A time of war, a time of peace
A time you may embrace
A time to refrain from embracing
Refrain
A time to gain, a time to lose
A time to rend, a time to sew
A time to love, a time to hate
A time of peace, I swear it's not too late!

Text aus der Bibel:
To every thing
there is a season,
and a time to every purpose under the heaven:
A time to be born, and a time to die;
a time to plant, and a time to pluck up that which is planted;
A time to kill, and a time to heal;
a time to break down, and a time to build up;
A time to weep, and a time to laugh;
a time to mourn, and a time to dance;
A time to cast away stones, and a time to gather stones together;
a time to embrace, and a time to refrain from embracing;
A time to get, and a time to lose;
a time to keep, and a time to cast away;
A time to rend, and a time to sew;
a time to keep silence, and a time to speak;
A time to love, and a time to hate;
a time of war, and a time of peace.

Quelle: Wikipedia
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

43

10.01.2009, 10:40

"Walzing Matilda"

Waltzing Matilda ist Australiens bekanntestes Volkslied und wurde oft als offizielle Nationalhymne vorgeschlagen. Der Text wurde im Jahre 1895 vom australischen Dichter Banjo Paterson (1864–1941) geschrieben, der sich in Australien durch seine zahlreichen anderen Gedichte großer Beliebtheit erfreut. Er wurde von Christina Macpherson mit der Musik des schottischen Liedes Thou Bonnie Wood of Craigielea (komponiert 1818 von James Barr) vertont.

Für kurze Zeit war Waltzing Matilda neben Advance Australia Fair als Nationalhymne anerkannt und wurde so bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal verwendet. Nach einer Volksabstimmung 1977 wurde Advance Australia Fair als alleinige Nationalhymne auserkoren. Trotzdem singen es viele Australier mit großer Hingabe.

Der US-Sänger Tom Waits hat das Lied mit eigenen Texten in Tom Traubert's Blues kombiniert. Rod Stewart griff diese Version auf und machte daraus einen Welthit. In der Version von Waits/Stewart hat der Refrain Waltzing Mathilda allerdings eine andere Bedeutung als im Original.

Waltzing Mathilda hat nichts mit tanzen zu tun. Vielmehr geht das Wort "Waltzing" auf das Wort "Walz" zurück, das die Wanderschaft von Handwerks-Gesellen bezeichnet.

Eine deutsche Fassung mit dem Titel "Tanze Matilda" wird von der Band "Addis Skiffle Company" gesungen.

Waltzing Matilda ist auch die inoffizielle Hymne für das australische Rugby-League-Team sowie das australische Rugby-Union-Team, die Wallabies. In Anlehnung an sie wird die Australische Fußballnationalmannschaft der Frauen The Matildas genannt.

Das Lied erzählt die Geschichte eines „Swagman“ (Wanderarbeiter, Landstreicher), der an einem Billabong (einem Wasserloch im australischen Outback) sein Lager aufgeschlagen hat und der sich lieber selbst ertränkt, als seine Freiheit durch eine Festnahme durch die Polizei zu verlieren.

Bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele 2000 in Sydney wurde Waltzing Matilda von Slim Dusty vorgetragen.


Once a jolly swagman camped by a billabong,
Under the shade of a coolibah tree,
And he sang as he watched and waited 'til his billy boiled
"Who'll come a-Waltzing Matilda,with me?"

Waltzing Matilda, Waltzing Matilda
Who'll come a-Waltzing Matilda, with me
And he sang as he watched and waited 'til his billy boiled
"Who'll come a-Waltzing Matilda, with me?"

Down came a jumbuck to drink from the billabong,
Up jumped the swagman and grabbed him with glee,
And he sang as he stowed that jumbuck in his tucker bag,
"You'll come a-Waltzing Matilda, with me".

Waltzing Matilda, Waltzing Matilda
"You'll come a-Waltzing Matilda, with me"
And he sang as he stowed that jumbuck in his tucker bag,
"You'll come a-Waltzing Matilda, with me".

Up rode the squatter, mounted on his thoroughbred,
Down came the troopers, one, two, three,
"Where's that jolly jumbuck you've got in your tucker bag?"
"You'll come a-Waltzing Matilda, with me".

Waltzing Matilda, Waltzing Matilda
"You'll come a-Waltzing Matilda, with me"
"Where's that jolly jumbuck you've got in your tucker bag?",
"You'll come a-Waltzing Matilda, with me".

Up jumped the swagman, leapt into the billabong,
"You'll never catch me alive," said he,
And his ghost may be heard as you pass by the billabong,
"Who'll come a-Waltzing Matilda, with me?"

Waltzing Matilda, Waltzing Matilda
Who'll come a-Waltzing Matilda, with me
And his ghost may be heard as you pass by the billabong,
"Who'll come a-Waltzing Matilda, with me?"


Erläuterungen:
swag - Bündel
swagmann - Wanderarbeiter
Matilda - Name für sein Bündel
Waltzing Matilda - 'auf der Walz', auf Wanderschaft sein
billabong - Wasserloch
billy - Teekessel
tucker bag - Proviantbeutel
jumbuck - Schaf
squatter - Viehzüchter
trooper - Polizist



Deutsche Fassung: "Tanze Matilda"
(Kulibahbaum = coolabah tree = Eukalyptusbaum)

Hat sich jüngst geschlichen
ein armer Strolch zum Wasserloch
unter dem Schatten vom Kulibahbaum,
und er sang als er saß und seine Wassersuppe aß:
"Komm, tanz mit mir unterm Kulibahbaum!"


Refrain

"Tanze Matilda, tanze Matilda,
komm, tanz mit mir unterm Kulibahbaum!"
Und er sang als er saß und seine Wassersuppe aß:
"Komm, tanz mit mir unterm Kulibahbaum!"

Schließlich kam der Schäfer
und brachte gleich drei Männer mit
von der berittenen Landpolizei.
"Deinen Schnappsack woll'n wir seh'n
oder willst Du's lieber gleich gesteh'n?"
Komm, tanz mit mir unterm Kulibahbaum

Hüpfte da der Strolchskerl
in das tiefe Wasserloch:
"Lebendig", schrie er "bekommt ihr mich nie!"
Aus dem alten Brunnenschacht
ruft nun sein Geist bei Tag und Nacht:
"Komm, tanz mit mir unterm Kulibahbaum!"

Quelle: Wikipedia
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

44

10.01.2009, 10:41

"Johnny Wakelin": "In Zaire"

Jahr: 1976
Johnny Wakelin wurde 1939 in Brighton/Sussex geboren. Zunächst trat er in seiner Heimatstadt in Clubs auf, allerdings ohne großen Erfolg. Dann kam ihm die Idee, eine Hommage an den Boxchampion Muhammad Ali zu schreiben. Am 30. Oktober 1974 kämpfte dieser in Kinshasa gegen George Foreman und schlug ihn in der achten Runde K.O. (Rumble in the Jungle“). Im Januar 1975 kam Wakelins "Black Superman (Muhammad Ali)" in die Charts. Der größere Erfolg wurde jedoch noch 1976 der Song "In Zaire", der Europaweit in den Hitparaden vertreten war. Nach zwei weiteren Erfolgen wurde es wieder ruhiger um Johnny Wakelin. Seinen Hit "In Zaire" brachte er erfolgreich in überarbeiteten Versionen wieder heraus. Er blieb auch als Songschreiber aktiv und trat unter anderem als Gastsänger bei James Last auf.


Rumble In The Jungle:
(dt.: „Der Kampf im Dschungel“) war ein historischer Boxkampf, der am 30. Oktober 1974 in Kinshasa (Zaire, heute: Demokratische Republik Kongo) stattfand. Bei dem von Don King organisierten Kampf standen sich der damalige Schwergewichts-Weltmeister George Foreman und der Ex-Weltmeister Muhammad Ali gegenüber. Weltmeister war inzwischen George Foreman, Olympiasieger von 1968. Er war in 40 Profikämpfen ungeschlagen (37 K.o.) und schlug die meisten seiner Gegner innerhalb weniger Runden K.o. Ähnlich wie 10 Jahre zuvor gegen Liston war Ali der Außenseiter, diesmal zudem mit 32 Jahren der Ältere. Es wurde allgemein erwartet, dass Alis Karriere durch einen schnellen und deutlichen KO beendet werden würde.
Der Kampf musste wegen einer Verletzung Foremans um einen Monat verschoben werden, wobei alle Beteiligten im Lande blieben. Während Foreman sich Sympathien verscherzte, indem er mit einem Deutschen Schäferhund auftrat, was die einheimische Bevölkerung an unliebsame Vorfälle der belgischen Kolonialzeit erinnerte, brachte Ali die Fans durch Kontaktfreudigkeit und Charisma auf seine Seite, so dass er mit dem Ruf „Ali, bomaye!“ („Ali, töte ihn!“) angefeuert wurde.

Im Kampf selbst, der schließlich am 30. Oktober stattfand, überraschte Ali Gegner und Publikum wie auch seinen eigenen Trainer durch seine Taktik. Anstatt durch Schnelligkeit und Tanzen wie früher zu versuchen, den harten Schlägen Foremans auszuweichen, ließ er sich von diesem zunächst freiwillig in die Seile drängen, in denen er sich weit nach hinten lehnte. Damit war der Kopf außerhalb von Foremans Reichweite, den Körper konnte er durch die Arme schützen, zudem federten die Seile die Schläge ab.

In den Kampfpausen wurde versucht, die Seile zu spannen, aber Ali spielte weiterhin sein „rope-a-dope“ genanntes Spiel, obwohl ihm der Trainer zurief, er solle unbedingt weg von den Seilen und vor allem weg von Foreman und dessen Fäusten. Ali jedoch suchte Foremans Nähe, um ihm zuzuflüstern: „Is that all you can, George?“.

Foreman baute bald konditionell ab, und Ali konnte sich mit Kontern aus der Deckung heraus immer besser in Szene setzen. Kurz vor Ende der 8. Runde schlug Ali Foreman mit zwei schnellen Links-Rechts-Kombinationen und neun insgesamt aufeinander folgenden Kopftreffern nieder. Foreman blieb am Boden, der Kampf war entschieden.

Ali hatte den Titel, den man ihm sieben Jahre zuvor aberkannt hatte, zurückgewonnen und brach damit als zweiter Schwergewichtsprofi nach Floyd Patterson das ungeschriebene Gesetz des Boxens: „They never come back“.
Quelle (stark gekürzt): Wikipedia
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

45

10.01.2009, 10:42

„Johnny Cash“: „Ring Of Fire“

Jahr: 1963
Ring of Fire ist einer der berühmtesten Songs der Country-Musik und zählt zu den Klassikern des Genres.

Das Lied wurde von June Carter und Merle Kilgore geschrieben und erstmals 1962 von June Carters Schwester Anita Carter veröffentlicht. Weltbekannt wurde es in der am 25. März 1963 von June Carters späterem Ehemann Johnny Cash aufgenommenen Version, unterlegt mit den markanten Mariachi-Trompeten. Der Song belegte sofort Platz 1 der Country-Musik-Charts.

June Carter beschreibt im Text Cashs Alkohol- und Tablettenabhängigkeit und ihre verbotene Liebe zu ihm. Cash und Carter waren beide zu diesem Zeitpunkt noch mit anderen Partnern verheiratet, aber seit langem ineinander verliebt.

Der Text des Refrains:
I fell into a burning ring of fire
I went down, down, down
And the flames went higher
And it burns, burns, burns
The ring of fire
The ring of fire

Ring of Fire wurde von diversen Künstlern gecovert, wie beispielsweise von Eric Burdon & the Animals, Wall of Voodoo, Social Distortion, Tom Jones, Dwight Yoakam, Ray Charles, Grace Jones, H-Blockx, Schelmish und Frank Zappa.

Neben einigen anderen Songs wurde das Lied auch von Joaquin Phoenix in der biografischen Verfilmung Walk the Line gesungen.

Das jüngste Cover ist die 2006 vom englischen Fußballclub FC Liverpool zum FA Cup-Finale herausgebrachte Version, deren Erlös vollständig an wohltätige Zwecke geht. Aufgenommen wurde das Lied von den "The Boot Room All-Stars" Tim Speed und Apollo 440 und gesungen von Echo & The Bunnymen-Sänger Ian McCulloch.

Quelle: Wikipedia
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

46

10.01.2009, 10:44

„Wings“: „Mull Of Kintyre“

Nach dem Ende der Beatles veröffentlichte Paul McCartney 1970 sein Soloalbum „McCartney“ und 1971 zusammen mit seiner Frau Linda McCartney das Album „Ram“.

Im gleichen Jahr gründeten sie die Gruppe Wings. Neben Paul und Linda McCartney war Denny Laine das einzige ständige Mitglied der Band bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1981. Zur Urbesetzung gehörte noch der Schlagzeuger Denny Seiwell. Das erste Album der Gruppe wurde 1971 veröffentlicht. Im Februar 1972 ging die Gruppe (verstärkt um den Gitarristen Henry McCullough) auf ihre erste Tournee in Großbritannien, wo sie in diversen Universitäten spielte. Weitere Konzerte in Europa folgten im Sommer.

Zunächst konnte die Band nicht an die Erfolge der Beatles anknüpfen, erst 1973 kam der Durchbruch mit der Single „Live And Let Die“ (Titellied des ersten James-Bond-Films mit Roger Moore in der Hauptrolle) und dem Album „Band On The Run“. Bis dahin waren die Veröffentlichungen von Wings vor allem bei den Kritikern unbeliebt. Generell wurde die Gruppe nicht als solche anerkannt, sondern als Begleitband McCartneys gesehen. Dieser machte in Interviews jedoch immer wieder deutlich, dass die Wings tatsächlich eine „echte“ Band seien. Dennoch erschienen 1973 und 1974 diverse Singles und Alben unter dem Namen „Paul McCartney & Wings“.

Mitte der 1970er-Jahre befand sich Wings auf dem Höhepunkt der Karriere. In den Jahren 1975 und 1976 ging die Gruppe auf diverse Tourneen, deren Höhepunkt die Konzerte in den USA waren. Dort spielten sie u.a in Seattle vor über 60.000 Menschen. Die Tournee wurde 1976 auf der Dreifach-LP Wings Over America und 1981 im Film „Rockshow“ dokumentiert.

Im Jahr 1977 erschien das Lied Mull of Kintyre. Das Stück wurde zusammen mit der lokalen Kintyre Campbeltown Pipe Band aufgenommen. Es war die erste Single, von der mehr als zwei Millionen Exemplare in Großbritannien verkauft wurden. „Mull of Kintyre“ blieb dort die meistverkaufte Single bis zum Jahr 1984 und wird in der Bestsellerliste bis heute nur von diversen Benefiz-Projekten übertroffen.

1979 erschien das Album „Back To The Egg“. Höhepunkt der letzten Tournee durch Großbritannien war das von McCartney und UNICEF initiierte „Concert For The People Of Kampuchea“. Eine Tournee durch Japan wurde 1980 abgesagt, nachdem Paul McCartney bei der Einreise in Tokio wegen Drogenbesitzes verhaftet wurde. 1981 wurde das Ende der Band offiziell bekanntgegeben.

Wings ist das erfolgreichste Projekt eines Ex-Beatles. Trotz anfänglich harscher Kritik und ständig wechselnder Besetzung gelang es Paul McCartney, der Gruppe Leben einzuhauchen. Tatsächlich gehört Wings mit 14 Top-Ten-Singles in Großbritannien und zwölf Top-Ten-Singles in den USA zu den erfolgreichsten Gruppen der 1970er.


Das Mull of Kintyre
(Mull = schott. Kap, Vorgebirge; vom gälischen mullach = Gipfel, Kuppe)
„Mull of Kintyre“ ist das Irland am nächsten liegende Kap im Süden der schottischen Halbinsel Kintyre westlich von Glasgow.
Der südlichste Punkt von Kintyre heißt „Rubha Chlachan“ mit einem Leutturm auf einer Kippe. Von dort aus erstreckt sich die Halbinsel 60 km (mit Knapdale 90 km) nach Norden. Vom Kap aus hat man eine gute Aussicht auf die nördliche Küste von Antrim (Nordirland). Die Felsinsel Ailsa Craig ist im Osten zu sehen.

Quelle: Wikipedia
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

47

10.01.2009, 10:47

„Orchester Manoevers in the Dark“: „Enola Gay“

Die "Enola Gay" war der B-29-Bomber (Superfortress), der die erste Atombombe, die je in einem Konflikt eingesetzt wurde, über der japanischen Stadt Hiroshima abwarf. Die Bombe ist auch unter dem Namen Little Boy bekannt. Die Enola Gay war der 509th US Army Air Force Composite Gruppe zugeordnet und flog ihre Einsätze von Tinian, einer kleinen Insel der Marianen. Neben der Enola Gay gab es noch 14 weitere B-29Bomber, die für den Einsatz von Atombomben umgerüstet waren, unter anderem die Bockscar, die drei Tage nach dem Einsatz der Enola Gay eine weitere Atombombe (Fat Man) auf Nagasaki (Japan) abwarf. Die Maschine wurde kurz vor dem Abwurf auf der Offutt Air Force Base in Nebraska für den Transport von Atomwaffen umgerüstet.

Benannt wurde die Enola Gay nach der Mutter des Piloten Colonel Paul W. Tibbets (* 23. Februar 1915), der das Flugzeug beim Abwurf der Atombombe geflogen hatte. Enola Gay Tibbets (geb. Haggard) (* 1893; † 1983) selbst war benannt nach der Heldin eines Romans, den ihr Vater besonders schätzte.

Das Flugzeug Enola Gay ist derzeit in der Außenstelle des Smithsonian Luft- und Raumfahrtmuseums Washington DC, in der Nähe des Flughafens Dulles ausgestellt.

Eine musikalische Verarbeitung des Themas fand durch die Band Orchestral Manoeuvres in the Dark (OMD) statt, die eines ihrer Lieder nach Enola Gay benannten.

Quelle: Wikipedia
»raptor230961« hat folgende Datei angehängt:
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

48

10.01.2009, 10:56

“Harold Faltermeyer feat. Steve Stevens“: “Top Gun Anthem”

Ist ein beliebtes Instumentalstück aus dem Original-Soundtrack des Hollywood-Films „Top Gun“.

Der Film
Top Gun ist ein Spielfilm aus dem Jahre 1986. In der Hauptrolle spielt Tom Cruise einen US-amerikanischen Navy-Kampfjetpiloten.

Kurzinhalt:
Der Film handelt von dem F-14 Tomcat-Piloten Pete Mitchell, Codename „Maverick“, der zusammen mit seinem Freund und RIO (Radar Intercept Officer, dt.: Waffensystemoffizier) „Goose“ in eine Elite-Trainingsschule für Kampfpiloten (der United States Navy Fighter Weapons School, genannt Top Gun) versetzt wird, wo sich Maverick in die Ausbilderin Charlie verliebt. Als Goose bei einem Trainingsunfall ums Leben kommt, durchlebt Maverick eine schwere Lebenskrise, und es scheint, als könne er seine Ausbildung nicht wie geplant beenden. Mit Hilfe Charlies und seines Ausbilders Viper schafft es Maverick, die Krise zu überwinden. Ein Teil der Kampfpiloten, inklusive Mitchell, muss bei einem Ernstfall sein Können unter Beweis stellen. Mitchell entscheidet den Luftkampf für die Amerikaner. Als Belohnung wird ihm die freie Wahl seines Einsatzortes gestattet; er entscheidet sich für die Pilotenschule, wo er Charlie wieder trifft.

Das Reale „Top Gun“
Die „United States Navy Fighter Weapons School“, besser bekannt als Top Gun ist die Elite-Jagdflugschule der United States Navy und war bis 1996 beheimatet auf der ehemaligen Naval Air Station Miramar in Kalifornien.

Top Gun wurde am 3. März 1969 gegründet, um Piloten Lufttaktik beizubringen und damit den relativ schlechten Leistungen der Jagdflieger im Vietnamkrieg zu begegnen. Dabei wurde erstmals das so genannte dissimilar training eingeführt, bei dem die amerikanischen Piloten nicht wie üblich gegen ein Flugzeug des Typs kämpften, das sie selbst flogen, sondern gegen kleinere Flugzeuge, wie die Sowjetunion sie betrieb. Die Crews der F-4 Phantom II kämpften bei Top Gun gegen A-4 Skyhawk (die Unterschallflugzeuge simulierte) und die F-5E Tiger II, die Überschallgegner mimte.

In den 1970er und 1980er Jahren wurde die F-4 durch die F-14 Tomcat und die F/A-18 Hornet ersetzt, so dass auch die Gegner durch moderne Maschinen ausgetauscht wurden. Unter anderem wurde die BAE Hawk und die F-16 Fighting Falcon eingesetzt. Ebenso wurde nun auch die F-14 als Feind eingesetzt, da sie einerseits von Iran geflogen wurde, aber auch der Su-27 Flanker recht ähnlich war.

In der 1990er Jahren wurde Top Gun zusätzlich auf Bodenangriffe ausgerichtet, um der Multi-Mission-Rolle der Trägerflugzeuge gerecht zu werden. 1996 wurde Top Gun in das Naval Strike and Air Warfare Center eingegliedert und auf die Naval Air Station Fallon nach Nevada verlegt.

Quelle: Wikipedia
»raptor230961« hat folgende Datei angehängt:
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

49

10.01.2009, 10:58

"U2": "Sunday, Bloody Sunday"

Jahr: 1983
Es geschah am 30. Januar 1972. In der nordirischen Stadt Londonderry hatte eine Bürgerrechtsgruppe, die Northern Ireland Civil Rights Association, zu einem Protestmarsch aufgerufen. Er richtete sich gegen die Internierungsgesetze der britischen Regierung, die ermöglichten, dass Menschen ohne Verfahren längere Zeit inhaftiert werden durften. Als die katholischen Demonstranten auf die schwerbewaffnete britische Armee trafen, eskalierte die Situation binnen weniger Stunden. Mit Gas, Gummigeschossen und Wasserwerfern wurden die Demonstranten in die ärmliche katholische Gegend Bogside getrieben. Dort begannen die britischen Fallschirmjäger aus bis heute ungeklärten Umständen auf die Demonstranten zu schießen und töteten 13 von ihnen.
Dieser "Bloody Sunday" genannte Tag war einer der schwärzesten in der unrühmlichen, jahrhundertealten Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland. Dass sich die beteiligten Gruppen bis heute die Schuld für die Eskalation 1972 gegenseitig in die Schuhe schieben, passt zu der scheinbaren Unversöhnlichkeit, zu dem tief eingebrannten Hass, der das Klima in Nordirland prägt. Immerhin scheinen die entsetzlichen Tage des offenen Terrors vorbei, die nicht zuletzt durch die Ereignisse des "Bloody Sunday" mit ausgelöst wurden, doch bis zu einer wirklichen Versöhnung werden wohl noch Jahre oder Jahrzehnte ins Land gehen.
Vor allem in den unruhigen Achtzigerjahren fand der Nordirlandkonflikt immer wieder Ausdruck in Liedern irischer Musiker. U2s "Bloody Sunday" ist eines davon, das sich konkret auf einen Zwischenfall bezieht, aber auch generell nach dem Sinn dieses Religionskonfliktes fragt und feststellt, dass am Ende niemand als Sieger davongehen wird. Dringliche und einzige sinnstiftende Aufgabe wird es sein, die Gräben in den Herzen der Menschen zuzuschütten.

And the battle's just begun,
There's many lost, but tell me who has won?
The trenches dug within our hearts,
And mothers, children, brothers, sisters torn apart.

U2 sangen als Band aus Dublin mit gemischten Gefühlen über den Konflikt in Nordirland. Als sie den Song das erste Mal live in Belfast aufführten, kündigte ihn Frontman Bono extra an und bot dem Publikum an, sein eventuelles Missfallen ausdrücken zu dürfen. Doch es ging gut, nicht zuletzt weil der Song keine Stellung im Konflikt bezieht. ""Sunday Bloody Sunday" is not a song in which U2 takes sides with either faction in Northern Ireland. Instead, it's about the futility of war." ("Sunday, Bloody Sunday" ist kein Song, in dem U2 Partei für eine der beiden Gruppen in Nordirland ergreift. Stattdessen geht es in dem Song um die Sinnlosigkeit des Krieges.) Eingebettet war der Titel in das Album "War", das den Krieg allgemein thematisiert.
Bono selbst hatte den Nordirlandkonflikt in Dublin, wo er aufwuchs, sozusagen in abgemilderter Form am eigenen Leib erfahren. Als Kind einer protestantischen Mutter und eines katholischen Vaters spürte er auch in der Republik Irland die versteckte Ablehnung, die der Familie entgegengebracht wurde. Er erkannte hier schon früh: "In their relationship, they were proof that the bitterness between those two communities is ridiculous." ("In ihrer Beziehung waren sie der Beweis dafür, dass die Bitterkeit zwischen diesen beiden Gemeinschaften lächerlich ist.")

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/bloodysunday.html
343

raptor230961

Lebende Musiklegende

Beiträge: 2 250

Level: 38 [?]

Erfahrungspunkte: 1.297.714

Nächstes Level: 1.460.206

Bewertungen - Ø 5

50

10.01.2009, 10:59

"The Beatles": "Back In The U.S.S.R."

Jahr: 1968
Im Mai 2003 trat der Ex-Beatle Paul McCartney auf dem Roten Platz in Moskau auf. Er spielte neben vielen anderen Beatles-Klassikern auch den 1968 veröffentlichten Titel "Back in the U.S.S.R.". Der russische Staatspräsident Putin, der sich bei dieser Gelegenheit gegenüber McCartney als Beatles-Fan outete, besuchte das Konzert als einer von 20.000 Menschen.
Wie sich die Zeiten ändern. 35 Jahre zuvor, als die Beatles den Zenit ihrer Karriere gerade überschritten hatten und sich erste Streitereien und musikalisch unterschiedliche Ansichten innerhalb der Band nicht mehr übertünchen ließen, herrschte in der Welt noch immer der Kalte Krieg. In der Sowjetunion, die sich wie der gesamte Ostblock vehement gegen westliche Werte stellte, und eine vollkommene Abschottung seiner Bürger praktizierte, war die Musik der Beatles verboten. Sie durften im Rundfunk nicht gespielt werden, Läden durften keine Beatles-Platten verkaufen, und die Medien durften ihre Namen nicht erwähnen. Dass dies die Musik um so begehrter machte, versteht sich von selbst. Und dass trotz strengster Kontrollen immer wieder LPs die Grenze passieren konnten, ist auch klar. Der Schwarzmarkt mit Beatles-LPs blühte und ließ die Beatlemania auch in den Ostblock schwappen.
In diesem Jahr brachten die Beatles ihr Weißes Album, das "White Album", heraus, dessen erstes Stück das oben erwähnte "Back in the U.S.S.R." war. Im Liedtext priesen die Beatles die UdssR und vor allem die Vorzüge der dort lebenden Frauen ("The Ukraine girls really knock me out, they leave the west behind, and Moscow girls make me sing and shout"). In der westlichen Welt herrschte Befremden. Sympathisierten die Beatles mit den Kommunisten? Drückten sie damit eine politische Gesinnung aus? Die Beatles waren aber keine politische Band. Wie war dieser Song nun zu verstehen? Die Spur führt nach Indien.
Die Beatles waren ja bekanntermaßen 1968 zu einem längeren Aufenthalt in Indien beim Guru Maharishi Mahesh Yogi eingetroffen, um durch die damals in der Künstlerszene sehr angesagte Meditation ihren künstlerischen Horizont zu erweitern und ihre Kreativität zu fördern. Sie waren dort allerdings nicht allein. Auch andere Berühmtheiten aus dem Showbusiness, wie zum Beispiel Donovan, oder Mike Love von der amerikanischen Boyband The Beach Boys wollten sich in der Abgeschiedenheit des indischen Ashram selbst finden. Neben Gesprächen und Meditationen wurde dort auch viel musiziert. Bei einer dieser Sessions der Beatles mit Mike Love entstand die Idee zu "Back in the U.S.S.R.", und zwar als nicht ganz ernst gemeinte neue Version zweier verschiedener Songs, "California Girls" von den Beach Boys und "Back in the USA" von Chuck Berry.
1965 hatten die Beach Boys ihre Hymne auf die amerikanischen Frauen veröffentlicht, verbunden mit dem Wunsch sie könnten alle in Kalifornien, der Heimat der Beach Boys, leben ("I wish they all could be California girls"). Schon im Jahr 1959 war der andere patriotische Song erschienen, auf den sich "Back in the U.S.S.R." bezieht. Chuck Berry's "Back in the USA" war ein mittelmäßer Rock'n'Roll-Song, der inhaltlich die Freude zum Ausdruck bringt, wieder zu Hause in den USA angekommen zu sein.
Die Idee war nun, einen Song zu schreiben, der sozusagen in parodistischer Art und Weise nicht die Vorzüge der USA und der Mädels dort, sondern die der UdssR in den Vordergrund rückte. "California girls" und "Back in the USA" sind in der neuen Version aber nicht nur inhaltlich wieder zu finden, sondern auch musikalisch.
Chuck Berry war einer der einflussreichsten Rock'n'Roller, und den Beatles natürlich auch bestens bekannt, da sie mit Coverversionen amerikanischer Rock'n'Roll-Titel ihre Karriere begonnen hatten. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass "Back in the U.S.S.R." mit den verzerrten Gitarren, dem treibenden Rockschlagzeug und energiegeladenen Gesang ein Stück Rock'n'Roll in etwas neuerem Gewand ist.
Man kann aber auch die Referenz an die Beach Boys gut hören. Der Backgroundchor zu "the Moscow girls really knock me out..." ist deutlich im Beach-Boys-Sound gehalten; eben eine kleine nette Verbeugung vor den Kollegen und Hinweis auf die Entstehung. Wenn wir schon bei Referenzen sind: auch die Textzeile "...and Georgia's always on my mind" ist nur leicht gegenüber dem originalen Jazz-Standard "Georgia on my mind", der von Hoagy Carmichael komponiert und von Ray Charles unsterblich gemacht worden war, verändert. "Georgia" meint in diesem Fall aber nicht den amerikanischen Bundesstaat Georgia, sondern das im Englischen gleichnamige Georgien.
Interessant vielleicht noch, dass auf der Aufnahme von "Back in the U.S.S.R." nicht Ringo Starr trommelt, der wegen eines Streits das Studio verlassen hatte, sondern Paul McCartney.

Quelle:
http://www.jochenscheytt.de/popsongs/backintheussr.html
343

Lesezeichen

Ähnliche Themen

musik-forum.net - Alles rund um das Thema Musik - Bands - Szenenews - Veranstaltungen - Neuerscheinungen - Alben
Internet Agentur Bonn | Webdesign Bonn | Lebenslauf | Tierforum
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits